1995 - Ein Überblick
Jahresbericht 1995 - Manfred Dörler, Geschäftsführer

--Der Jahresbericht des Institut für Sozialdienste gibt uns wieder Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Wir wissen von wichtigen Multiplikatoren, daß das Angebot des Institut für Sozialdienste für Menschen in Krisen oder in Not äußerst wichtig und notwendig ist. Andererseits hören wir immer wieder in Diskussionen, daß die Sozialen Netze unseres Landes mit starken finanziellen Aufwendungen verbunden seien. Dies ist richtig. Wir haben, so glaube ich, aber auch eine gesellschaftliche Verpflichtung, neben unserem Wohlstand auch Menschen in Not zu helfen und sie zu begleiten.

--Die Inanspruchnahme unseres umfangreichen psychosozialen Angebotes war auch 1995 wieder sehr hoch. Durch die Verselbständigung der Bereiche Schuldenberatung, Familienarbeit und Sachwalterschaft ist ein Vergleich mit den vergangenen Jahren nur schwer möglich. Über 12.000 Personen aus ganz Vorarlberg haben unsere Leistungen in Anspruch genommen. Entscheidend ist jedoch nicht die große Zahl, sondern das Ergebnis unserer Bemühungen. Wir arbeiten mit unseren Klienten, damit diese aus ihrer oft unlösbar erscheinenden Situation selbst heraus kommen. Ich möchte mich an dieser Stelle wieder bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für deren Einsatz bedanken.

--Es ist auch eine erfreuliche Tatsache, daß die ehrenamtliche Tätigkeit von Frauen und Männern im IfS stark zunimmt. Dies ist gegen den allgemeinen Trend der Entsolidarisierung eine sehr gute Entwicklung. Auch hier ein herzliches Dankeschön.

--Zu unserem Jahresbericht gehört auch ein Bericht über die Veränderungen und Neuerungen, die sich im vergangenen Jahr in unseren Unternehmen ereignet haben.

Neue Beratungsstelle Hohenems
--Im Sinne einer Dezentralisierung haben wir im Jänner 1995 unsere neue psychosoziale Beratungsstelle in Hohenems, Bahnhofstraße 28, 6845 Hohenems, eröffnen können. Wir sind froh darüber, daß wir dies ohne personelle Aufstockung bewerkstelligen konnten. Dankenswerterweise hat sich auch die Stadt Hohenems für dieses Projekt engagiert. Neue Leiterin ist Frau Dr. Ruth Rüdisser.

(K)ein sicherer Ort
--Im Prophylaxebereich haben wir uns beim sehr sensiblen Thema "Kindesmißbrauch" engagiert. Mit einer österreichweit erstmals präsentierten Ausstellung mit dem Titel "(K)ein sicherer Ort" ist es uns gelungen, dieses Thema zu aktualisieren. Die Ausstellung wurde in der Pädagogischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Kinder- und Jugendanwalt einer breiten Öffentlichkeit, vor allem auch vielen Schulklassen unseres Landes, präsentiert.

Ambulant betreute Wohnform für geistig Behinderte
--Mit der "Ambulant betreuten Wohnform" für Menschen mit einer geistigen Behinderung hat das IfS einen neuen Weg des betreuten Wohnens beschritten. Inspiriert von ausländischen Beispielen des "Individuellen Wohnens", wurde ein entsprechendes Konzept entwickelt. Diese neue Form des betreuten Wohnens wird auch in Zukunft weiter entwickelt werden.

5 Jahre FrauennotWohnung
--Ein kleines "Jubiläum" konnte die IfS-FrauennotWohnung feiern. Aus diesem Anlaß wurde von den Mitarbeiterinnen der FrauennotWohnung ein größeres Vortrags- und Veranstaltungsprogramm durchgeführt.

Mediation
--Bei Trennungen von Ehepaaren wird sehr oft viel "Porzellan zerschlagen". Betroffen sind dabei nicht nur die Erwachsenen, sondern v. a. deren Kinder. Um hier vernünftige Lösungen zu finden, haben sich MitarbeiterInnen in den IfS-Beratungsstellen in Richtung "Mediation" qualifiziert. Dabei geht es darum, anstehende Probleme bei Trennungen auf seriöse und positive Weise zu lösen.

Planungsmappe für Architekten und Bauherren
--Die Beratungsstelle "Menschengerechtes Bauen" hat erstmals in Österreich eine eigene Planungsmappe für Architekten, Bauherren, Baubehörde etc. herausgebracht. Diese vielbeachtete Planungsmappe wurde dankenswerterweise von der Firma Zima-Bau finanziert.

Krisenwohnungen
--Das Institut für Sozialdienste führt in mehreren Regionen unseres Landes seit 10 Jahren Krisenwohnungen für Menschen in akuter Wohnungsnot. Diese haben sich bewährt. Neu hinzu gekommen ist im vergangenen Jahr eine Krisenwohnung in der Marktgemeinde Hard.

Umstrukturierung im Bereich Sozialpädagogik
--Die Fachgruppe Sozialpädagogik, in der alle sozialpädagogischen Wohngemeinschaften für Jugendliche integriert sind, ist im vergangenen Jahr umstrukturiert bzw. erweitert worden. Die Wohngemeinschaft für Mädchen in Hard wurde geschlossen. Dafür wurde das "Ambulant betreute Wohnen für Jugendliche" umgesetzt. In Kleinwohnungen wohnen Jugendliche selbständig und werden ambulant betreut. Dies ist aus pädagogischer Sicht her ein wesentlicher Beitrag zur Verselbständigung der Jugendlichen.

Von Mensch zu Mensch
--In einer erfolgreichen Kooperation ist es gelungen, die Serie "Von Mensch zu Mensch" in der Sonntagsausgabe der Neuen Vorarlberger Tageszeitung zu starten. Über 40 Beiträge mit konkreten Lebensfragen sind bisher erschienen. Die Serie wurde in Form einer Broschüre zusammengefaßt.

IfS und EU
--Das Engagement des Institut für Sozialdienste nach dem Eintritt Österreichs in die Europäische Union war sehr erfolgreich. In zwei konkreten Projekten ist eine internationale Zusammenarbeit beschlossen worden und wird auch mit EU-Geldern gefördert. In Vorarlberg wurde auf unsere Initiative eine Arbeitsgemeinschaft EU-PIK (Projekte, Information, Koordination) mit den meisten Sozialeinrichtungen des Landes gegründet.

Neuer Präsident des Vereines
--Der langjährige Präsident des Vereines Institut für Sozialdienste, Prof. Hans Sperandio, hat die Präsidentschaft im vergangenen Jahr zurückgelegt. Als neuer Präsident wurde in der Sitzung des IfS-Präsidiums vom 27. 6. 1995 Dr. Anton Fliri aus Feldkirch gewählt.






Links: IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer
Mitte: IfS-Präsident Dr. Anton Fliri
Rechts: IfS-Geschäftsführer Manfred Dörler

Dank
--Ich weiß, daß dieser Überblick nur lückenhaft sein kann. Viel Engagement und Einsatz bleiben dabei unerwähnt. Ich möchte mich bei allen Frauen und Männern bedanken, die sich für die Aufgaben und Ziele des Institut für Sozialdienste eingesetzt haben.

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