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Überblick

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  Ein Jahresbericht ist immer auch eine schriftliche Bilanz der Arbeit im vergangenen Jahr. Im Gegensatz zu den letzten IfS-Jahresberichten wollen wir heuer im Sinne der Dezentralisierung vor allem auch die IfS-Beratungsstellen und Fachgruppen über ihre Tätigkeiten und Arbeitsschwerpunkte selbst zu Wort kommen lassen. Deren Berichte können Sie ab Seite 7 lesen.  

Von IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer



Näher zu den Menschen in Not und Krise

Das IfS hat seine Angebote und Dienstleistungen in fast allen Regionen in ganz Vorarlberg gestreut. Unsere Intention war es schon immer, so nah wie möglich zu all jenen zu kommen, die Hilfe oder Unterstützung von uns brauchen oder suchen ­ mit dem Ziel, die Eintrittsschwelle so niedrig wie möglich zu machen. Wir wissen, daß der Weg zu einer professionellen Beratung für viele noch ein sehr großer, für manche noch ein zu großer ist.

Frühzeitige Hilfe für Menschen, die rasch wieder selbständig ihr Leben und ihre Probleme meistern können ist die wirksamste und die kostengünstigste.

Deshalb ist es weiterhin unser Bestreben, noch näher an unsere potentiellen Klienten zu kommen und z.B. durch Vernetzung mit den Gemeinden noch effektiver jene Menschen zu erreichen, die unsere Hilfe brauchen. So hat die IfS-Beratungsstelle Bludenz im vergangenen Jahr neben einem Angebot in Dalaas ( für das Klostertal) auch im Gemeindeamt in Schruns für die Talschaft Montafon regelmäßige Beratungsstunden eingeführt. Auch im Kleinwalsertal sind wir seit vergangenem Sommer dabei, die IfS-Angebote vor Ort anzubieten. Weitere Anlaufstellen in Gemeinden anderer Regionen sind in Vorbereitung.

Diese Auslagerung unserer Kapazität vor Ort müssen wir bei voller Auslastung in unseren Dienststellen ohne jede Kapazitätsausweitung bewerkstelligen. Allerdings erwarten wir uns durch Möglichkeit zur früheren Klärung und Hilfestellung insgesamt und auf Dauer eher eine Entlastung.

EU-Projekte

Im abgelaufenen Jahr konnte das Institut für Sozialdienste wieder einige Projekte starten bzw. weiterführen, die aus Mittel des Europäischen Sozialfonds bzw. direkt von der EU-Kommission mitfinanziert wurden.

Es sind dies die Projekte:

* Reha-ServiceCenter(RSC): Ein Projekt im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "Employment ­ Horizon" zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung von behinderten Menschen. Das Projekt ist angesiedelt in der IfS-Reha. Verantwortlich sind Anton Schnetzer und Christiane Bargehr.

* Projekt Hauptschulabschluß: Ein Projekt im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "Employment ­ Youth Start" zur Unterstützung junger Menschen beim Nachholen des Hauptschulabschlusses. Das Projekt ist der Jugendberatungsstelle Mühletor zugeordnet. Verantwortlich sind Arno Dalpra und Cornelia Linder-Bauer.

* Projekt "Spagat": Ein Projekt im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "Employment ­ Horizon" zur Vorbereitung und Integration von behinderten Jugendlichen aus Integrationsklassen auf Arbeitsplätzen in Betrieben unseres Landes. Das Projekt in der IfS-Reha wird geleitet von Dr. Michael Himmer und Andre Stanke und wird umgesetzt in Kooperation mit dem Landesschulrat und der Arbeitsgemeinschaft für Integration behinderter Kinder Vorarlberg (AIV).

* Look: Das Projekt "Look" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Partner in Vorarlberg (Vorarlberger Nachrichten, Vlbg Lebenshilfe und Vlbg Caritas) mit Projektpartnern aus Holland, Belgien, England und Luxemburg. Mit Photos von behinderten Menschen, in denen diese selbst sich oder ihre Lebenssituation darstellen, wird ein europäisches Plakat gestaltet, das Menschen anregen soll, hinzuschauen (Look!) und auch Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen als normalen Bestandteil unseres Lebens anzunehmen.

* Helios II-Tagung in Feldkirch: Vom 13. ­ 15. März fand in Feldkirch eine vom Institut für Sozialdienste federführend organisierte internationale EU-Tagung im Rahmen des Helios II-Programmes statt. "Qualität erlaubt Vielfalt" war das Generalthema dieser von Teilnehmern aus 9 europäischen Ländern besuchten Tagung.

Streetwork in Bregenz

In Anwesenheit von Bürgermeister Dipl.Vw. Siegfried Gasser wurde in der Bregenzer Weiherstraße am 17. April 1997 die Anlaufstelle der Streetworker für den Raum Bregenz-Dornbirn eröffnet. Die Räumlichkeiten dienen sowohl als Arbeitsplatz für die in der Region eingesetzten Streetworker als auch als Anlaufstelle für Jugendliche, die im Rahmen der Streetwork ­ Arbeit betreut werden.

Kooperationsvereinbarung IfS-Vlbg. Lebenshilfe

Mit begrenzten Ressourcen wird es in unserer Arbeit immer wichtiger, die Kooperation mit anderen Einrichtungen zu forcieren und die Abgrenzung der Aufgabenbereiche zwischen den Einrichtungen zu klären und zu definieren. Doppelbetreuungen können dadurch verhindert und der optimale Einsatz von Ressourcen und Mittel sichergestellt werden. Modellhaft haben die IfS- Reha und die Vorarlberger Lebenshilfe einen Kooperationsvertrag ausgearbeitet, in welchem die Schwerpunkte der jeweiligen Tätigkeiten, die Abgrenzung und die Übergänge beschrieben und vereinbart sind.

Veränderungen in der Fachgruppe "Sozialpädagogik"

Stationäre Angebote für gefährdete, von Verwahrlosung und dem sozialen Abgleiten bedrohte Jugendliche war und ist eine der Hauptaufgaben des IfS seit über 20 Jahren. Der Bedarf und die Ausgestaltung der Angebote für Jugendliche hat sich im vergangenen Jahr stark verändert. Bisher waren es in 5 Wohngemeinschaften 35 stationäre Plätze, in denen Jugendliche rings um die Uhr von qualifizierten PädagogInnen unterstützt und betreut wurden. Das Konzept wurde neu überdacht und den aktuellen Entwicklungen angepasst. So wurden schon in den vergangenen Jahren mehr ambulant betreute Wohnungen für Jugendliche initiiert und 1997 das Jugend-Intensivprogramm initiiert Die beiden sozialpädagogischen Wohngemeinschaften in Wolfurt und Rankweil wurden zu diesem Zweck aufgelassen und zu den neuen Angeboten (ambulant betreute Wohnungen und Jugend-Intensiv-Programm) umgebaut.

Vor allem für die MitarbeiterInnen aus diesem Bereich, vielfach langjährig bewährte PädagogInnen, bedeutete dieser Umbau eine große Herausforderung. Hieß es für sie doch, eine bekannte und vertraute Tätigkeit aufzugeben und sich auf ein neues Arbeitsfeld, auf völlig andere Arbeitszeiten und Arbeitsweisen, auf ein neues Team und somit auf eine unbekannte Zukunft einzulassen. Daß wir diese Herausforderung konstruktiv und kreativ bewältigt haben, sei als Kompliment für die LeiterInnen und MitarbeiterInnen in der IfS-Sozialpädagogik angeführt.

In diesem Zusammenhang haben die langjährigen LeiterInnen der Wohngemeinschaften Wolfurt (Jakob Oberhauser) und Lustenau (Jeanette Vonbank) ihre Leitungstätigkeit im IfS beendet. Verbunden mit bestem Dank für ihre Arbeit wünschen wir ihnen für ihre neuen Aufgaben alles Gute.

Soziale Berufsorientierung

Für junge Menschen mit einem qualifizierten Schul- bzw. Berufsabschluß, welche vorübergehend keine Arbeit finden, wurde eine maximal einjährige Berufsorientierungsphase geschaffen. Das Modell "Soziale Berufsorientierung" wurde von der Stadt Feldkirch, Caritas, Lebenshilfe, IfS, Arge Altersheimleiter, Prof. Corazza u.a. entwickelt und wird von der Vlbg. Landesregierung und dem AMS Vorarlberg unterstützt. Gerade auch die Situation junger, arbeitsloser Menschen in einer sensiblen Entwicklungsphase war uns und allen beteiligten Einrichtungen ein Anliegen, für das wir auch aktiv etwas einbringen können. Das erste Pilotjahr 1997/98 war ein erfolgreiches Lernjahr für alle Beteiligten. Ab Herbst 1998 gibt es wieder und neuerlich Praxisplätze in vielen sozialen Organisationen des Landes.

Angebot ist vielschichtig

Das Angebot an Neuem und Interessantem ist in der Vielfältigkeit der Aufgaben und Tätigkeiten der IfS-GmbH breit und vielschichtig, die Auswahl umso schwieriger. Ich habe in meinem kurzen Rückblick im Jahresbericht 1997 bewußt eher kleinere Aktivitäten angeführt und solche, die weniger öffentlichkeitswirksam sind.

Die Qualität und Kreativität unserer Arbeit zeigt sich aber auch gerade darin, daß wir die "Kleinarbeit" in jedem einzelnen Fall, in unseren Projekten und in der Organisation unserer Arbeit als das wichtigste ansehen.

Das Jahr 1997 war Anfangs geprägt durch das Ausscheiden von Manfred Dörler als Geschäftsführer des IfS. Manfred Dörler hat 20 Jahre die Geschäftsführung des IfS verantwortlich wahrgenommen und das heutige Gesicht des IfS, sowohl was die Arbeitsschwerpunkte als auch was die Organisationsstruktur betrifft, wesentlich geprägt. Er hat die Entwicklung des IfS von einer anfänglich pionierhaft unstrukturierten Sozialinitiative zu einer professionellen, effektiv strukturierten und gut geführten sozialen Organisation geleitet und begleitet.

Mit Dank für den Einsatz und die Arbeit für das IfS und den besten Wünschen für die neue berufliche Zukunft haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Präsidium des IfS Manfred Dörler im Frühjahr 1997 verabschiedet.

Seit April 1997 habe ich die alleinige Geschäftsführung des IfS übernommen. Eine Organisation zu übernehmen, die qualifizierte MitarbeiterInnen als Basis hat, die mit kompetenten Führungskräften besetzt ist und die von engagierten, verantwortungsbewußten Funktionären in Verein und Präsidium sowie von vielen Ehren- und Nebenamtlichen in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern getragen wird ­ ist eine tolle Aufgabe. Und natürlich eine hohe Latte. Gilt es doch, diese Qualitäten durch Weiterentwicklung zu sichern und auszubauen.

Für diese Bereitschaft zur Entwicklung, besonders aber für die engagierte alltägliche Arbeit möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei den Mitgliedern im IfS-Kuratorium und Präsidium sowie bei allen ehrenamtlichen Frauen und Männer, die in verschiedenster Weise im Institut für Sozialdienste mitarbeiten, recht herzlich bedanken.

Ohne der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Auftraggebern und Finanziers wäre unsere Arbeit nicht möglich. Herzlichen Dank für die gute Kooperation im vergangenen Jahr an unsere Partner und Geldgeber im Amt der Vlbg. Landesregierung, in den Vorarlberger Gemeinden, beim Familien- und Justizministerium, beim Arbeitsmarktservice und beim Bundessozialamt.

Auch ein Dank an alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die unsere Arbeit finanziell durch Zuwendungen in Form von Spenden unterstützen.

Dr. Stefan Allgäuer

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