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Dr. Ruth Rüdisser

Missbrauchsopfer müssen gehört werden

Röthis, den 16. April 2010

Oberste Priorität für Prävention und professionelle Beratung

Opfer von sexuellem Missbrauch - egal ob sie noch Kinder oder schon erwachsen sind, egal wie lange der Missbrauch bereits zurückliegt - haben ein Recht auf einfühlsame und gezielte professionelle Beratung. Es ist von besonderer Wichtigkeit, Opfer anzuhören, ernst zu nehmen und zu unterstützen. Genau so wichtig ist es, sexuellen Missbrauch in Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern, indem spezielle Maßnahmen ergriffen werden. "Im Institut für Sozialdienste setzen wir auf professionelle Beratung und Prävention, denn der Schutz von Kindern hat oberste Priorität", betont Dr. Ruth Rüdisser, ifs Fachexpertin auf dem Gebiet des Kinder- und Opferschutzes.

(ifs Pd) Menschen, die Gewalt erlebt haben - sei diese körperlicher, sexueller oder psychischer Art - stoßen beim ifs jederzeit auf ein offenes Ohr, erhalten rasche Hilfe sowie kompetente Unterstützung. "Egal wie viel Zeit seit dem Missbrauch verstrichen ist, das Opfer und seine Bedürfnisse stehen immer im Mittelpunkt und sind ernst zu nehmen. Denn Gewalt geschieht immer zu Unrecht und ist immer zu verurteilen", unterstreicht Dr. Rüdisser. "Zuerst kommt die Herstellung von Schutz und Sicherheit, die Verhinderung von weiterer Gewalt sowie die Wahrung der Opferrechte."


Umfangreicher Opferschutz


Wenden sich Menschen an das ifs, so erhalten sie im Rahmen des umfangreichen Angebots des ifs Opferschutzes sehr schnell eine erste Beratung:

    1. Es gilt, zuzuhören.
    2. Es gilt abzuklären, ob die Sicherheit gewährleistet ist bzw. wie sie gewährleistet werden kann.
    3. Das Umfeld wird abgeklärt: Welche Menschen sind im Umfeld hilfreich? Können diese vielleicht zur Hilfe mit einbezogen werden?
    4. Meistens folgt eine juristische Beratung bei einem unserer Opferanwälte. Die Betroffenen sollen alle Informationen bezüglich Straffälligkeit, Delikt, Verjährung usw. erhalten, um selbst entscheiden zu können, ob und wann sie eine Anzeige machen.
    5. Wenn sie sich zu einer Anzeige entscheiden, wird die juristische Prozessbegleitung (Nebenklage, Vertretung der Opferinteressen, Beratung und Information) sowie die psychosoziale Prozessbegleitung installiert (Beratung, Begleitung zu Polizei und Gericht).
    6. All diese Leistungen sind freiwillig, die Betroffenen entscheiden selbst, ob und wann sie anzeigen und welche Leistungen sie in Anspruch nehmen wollen. Die BeraterInnen stehen unter Schweigepflicht. Ist die Anzeige erfolgt, so kann sie nicht mehr zurückgezogen werden, dann nimmt das Verfahren seinen Lauf. Wir unterstützen dabei.
    7. Es wird abgeklärt, ob Psychotherapie oder andere Beratung erwünscht und indiziert ist.
    8. Wenn erwünscht, nehmen wir Kontakt mit der Diözese auf.

 

Gewalt präventiv verhindern

Herausragende Wichtigkeit kommt zudem der Präventionsarbeit zu. Es gilt, jede Form von Gewalt zu verhindern, bevor diese überhaupt passiert. Denn gerade Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes. "Es sind Richtlinien und Maßnahmen zu erarbeiten, um sexuelle Übergriffe und Gewalthandlungen an Kindern in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Internaten etc. zukünftig zu verhindern", berichtet die Fachexpertin. "Dazu zählen Sicherheitsmaßnahmen bei Neueinstellung von Personal, Fortbildungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie das regelmäßige Thematisieren von Missbrauch und Gewalt." Hilfreich ist jedenfalls, wenn die Institutionen sowie deren Führungskräfte und Teams eine klare Haltung gegen Gewalt einnehmen.


Da sich Gewalt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen leider nicht immer verhindern lässt, gilt es weiter, im Ernstfall professionell und unverzüglich zu reagieren und zu handeln. "Missbrauchsfälle dürfen keinesfalls unter den Teppich gekehrt und vertuscht werden", erklärt Dr. Rüdisser. Es sind bereits im Vorfeld Personen zu benennen, die im Ernstfall als Ansprechpersonen fungieren. "Potentielle Opfer sollen wissen, an wen sie sich wenden können, wo sie kompetente Hilfe erhalten. Denn es ist uns ein Anliegen, dass Opfer gehört und deren Bedürfnisse wahrgenommen werden", so die Fachexpertin abschließend.


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Fact-Box

ifs Opferschutz / ifs Kinderschutz
an den ifs Beratungsstellen in allen Städten Vorarlbergs sowie in Egg
Leiterin: Dr. Ruth Rüdisser

Info-Telefon: 05572/21331

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