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Sicherheit und Freiheit – Sturzprävention bei Demenz

ifs: Foto ReferentInnen des Seminars "Sicherheit und Freiheit - ein Spannungsfeld in der Betreuung und Pflege daheim"

Röthis, den 23. Mai 2011

Am 10. Mai 2011 fand im Sozialzentrum Mariahilf in Bregenz ein Seminar zum Thema "Sicherheit und Freiheit - ein Spannungsfeld in der Betreuung und Pflege daheim" statt. Organisiert von Angelika Pfitscher, Leiterin des Projekts "Rund um die Pflege daheim", setzten sich betreuende Angehörige und Pflegefachleute mit bewährten Möglichkeiten zur Verhinderung von Sturzfolgen bei Demenz auseinander. Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen von der Bregenzer Stadträtin Elisabeth Mathis.

Stürze sind eines der größten Lebensrisiken im Alter. Knochenbrüche am Oberschenkel bedeuten oft Pflegebedürftigkeit bis ans Lebensende. Ganz konkrete Schutzmaßnahmen stellten ExpertInnen aus dem Ländle vor: Ing. Hermann Mayer, Leiter der ifs Beratungsstelle Menschengerechtes Bauen, wies auf Stolperfallen zu Hause hin und wie mit einfachen Maßnahmen der Wohnraum praktisch, sicher und bequem ausgestattet werden kann. Lucia Hämmerle -O'Mahony von der Seniorenbetreuung Feldkirch und Sieglinde Michelitsch von der Firma Seniosan zeigten die neuesten Modelle von Hüftprotektoren, die wie eine Unterhose zu tragen sowie bequem und leicht zu reinigen sind. Hüftprotektoren verhindern ihrer Beobachtung nach über 90 % der hüftnahen Knochenbrüche. Dieter Visintainer von der Senioren-Betreuung Nenzing referierte zu den Möglichkeiten der erst seit kurzem erhältlichen Niedrig-Pflegebetten, die bis auf 25 cm abgesenkt werden können; Sturzverletzungen aus dem Bett kommen damit praktisch nicht mehr vor. Alexander Feuerstein von der Firma Humantechnik demonstrierte in Vorarlberg hergestellte Pflegebetten und eine neue Eigenentwicklung - die Seitenschutz-Aufstehhilfe, mit der viele Pflegebetten nachrüstbar sind und die ein gefahrloses selbstständiges Aufstehen vom Bett ermöglicht. In der Pause fand ein reger Erfahrungsaustausch der TeilnehmerInnen statt.

Sturz- und Alarmmatten als Hilfsmittel 

Gertraud Treml von der Seniorenbetreuung Feldkirch präsentierte im zweiten Teil verschiedene Varianten von Sturzmatten, die neben das Bett gelegt werden - ein einfaches aber wirkungsvolles Hilfsmittel, um Verletzungen bei bettnahen Stürzen zu vermeiden. Dieter Visintainer führte Alarmmatten vor, die unter die Matratze oder neben das Bett gelegt werden und bei Unruhe oder nächtlichem Aufstehen die Betreuungsperson informieren. Diese Produkte sind inzwischen ohne lästiges Kabelwerk mit einem Funkempfänger und auch für die Pflege zu Hause erhältlich und besser als Babyphones, die jedes Husten übertragen und nur Stress bei der Betreuungsperson erzeugen. Sieglinde Michelitsch von der Firma Seniosan demonstrierte rutschhemmende Socken und ein Anti-Rutsch-Kissen für Sitzgelegenheiten. Die praktische Vorführung machte die Veranstaltung abwechslungsreich und lebensnah.

Informationen und praktische Anwendungstipps

Die Anwesenden erhielten Informationen (was kostet…, wo gibt es…) und konkrete Anwendungstipps von den Praktikern. Moderiert wurde der Nachmittag von Herbert Spiess, Leiter der ifs Bewohnervertretung, der auch die thematische Einführung übernahm. In seiner Funktion als Bewohnervertreter beim Institut für Sozialdienste setzt er sich beruflich mit dem Spannungsfeld Freiheitsbeschränkung durch Bettgitter oder Fixierungen versus Alternativen auseinander. Das Ziel ist, ältere und verwirrte Menschen ohne Verletzungsgefahr und unter Wahrung ihrer Menschenwürde betreuen zu können.

Weiterführende Infos und Kontakte:

Wohnraumanpassung durch
Hilfsmittel für die Kommunikation
(Hören, Sehen, Orientierung)
Hilfsmittel für die Sturzprävention (Schwellen, Licht, Handläufe)
Hilfsmittel für Bad und WC (barrierefreie Dusche, Haltestangen, Klappsitz)
Hilfsmittel für Schlafzimmer (Beleuchtung, Bewegungsmelder)
Hilfsmittel für das Kochen (Herdabschaltung, Beleuchtung, Bewegungsmelder) Ing. Hermann Mayer, 05523 55 8 26, menschengerechtes.bauen@ifs.at.

Hüftprotektoren, Noppensocken, Anti-Rutsch-Kissen: 
DGKS Sieglinde Michelitsch, 0664 4377981, sieglinde.michelitsch@seniosan.at.

Niedrigpflegebett und Alarmmatten im Praxiseinsatz:
 DpGKP Dieter Visintainer, 05525 62 4 77, dieter.visintainer@nenzing.at.

Pflegebett und Seitenschutz-Aufstehhilfe:
Alexander Feuerstein, 0664 43 18 511, office@humantechnik.at.

Sturzmatten im Praxiseinsatz:
DGKS Gertraud Treml, 05522 34 22-63 92, gertraud.treml@feldkirch.at.

 


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