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Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung (ifs)

ifs Schuldenberatung präsentiert Jahresbericht

Röthis, den 20. März 2012

ifs Schuldenberatung fordert rasche Verbesserungen beim Privatkonkurs

Was sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet, hat sich auch im vergangenen Jahr bestätigt: Die Zahl der KlientInnen der ifs Schuldenberatung stabilisiert sich auf hohem Niveau, jene der Privatkonkurse steigt.

Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht für das Jahr 2011 der ifs Schuldenberatung hervor. "Während sich die Anzahl der Ratsuchenden stabilisiert, ist bei den Privatkonkursen eine deutliche Steigerung zu verzeichnen", erläutert Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung, die Zahlen des vergangenen Jahres. Besonders die Zunahme bei den Privatkonkursen um beinahe 8 %, aber auch die deutliche Steigerung der durchschnittlichen Verschuldung von 83.000 Euro auf beinahe 100.000 Euro zeigt, dass die Schuldenproblematik an Brisanz gewonnen hat. Kopf weist in diesem Zusammenhang auch auf eine Zunahme der KlientInnen in der Altersgruppe über 60 Jahren um 19 % hin. Dies beweist, dass die Schuldenprobleme in allen Generationen angekommen sind.


Entschuldung ist kein Kinderspiel

2011 wurden 2.590 Menschen von der ifs Schuldenberatung unterstützt und begleitet. Mehr als 60 % davon waren Männer, ein Drittel unter 35 Jahre alt und beinahe 30 % arbeitslos. "Unter den Betroffenen finden sich viele ehemalige Selbstständige, die mit ihrem Betrieb gescheitert sind", lenkt Kopf den Blick auf diese spezielle Gruppe. "Wer aber glaubt, dass eine Entschuldung ein Kinderspiel ist, irrt", führt Kopf weiter aus, wenn er auf die Hürden hinweist, die ein Privatkonkurs leider immer noch in sich birgt. So ist Österreich mittlerweile europäisches Schlusslicht, was die Entschuldungsdauer anbelangt. In keinem anderen Land müssen Überschuldete so lange auf die Restschuldbefreiung warten. "Noch immer wird mit dem Büßergedanken operiert, anstatt wirtschaftliche Vernunft walten zu lassen!", ist Kopf überzeugt.


164 Anträge auf Fahrnisexekution pro Arbeitstag

Solange weiterhin viele Gruppen vom Privatkonkurs ausgeschlossen sind, fehlt diesem an sich tauglichen Gesetz die nötige Kraft. Viele, die einen Privatkonkurs benötigen würden, können ihn nicht in Anspruch nehmen. Diese werden dadurch oft in die Schwarzarbeit gedrängt, weil durch jahrelanges unsinniges Pfänden jegliche Motivation für eine Regelung der Schulden verbaut wird. Wenn man weiß, dass in Vorarlberg an jedem Arbeitstag 164 Anträge auf eine Fahrnisexekution eingebracht werden, kann erahnt werden, dass Schuldenprobleme noch lange zum Alltag vieler Menschen gehören werden.

Dass trotzdem gute Lösungen möglich sind, führt Kopf auf die gute Kooperation mit dem Hauptgeldgeber, dem Vorarlberger Sozialfonds, und der guten Zusammenarbeit mit den Gerichten, den Behörden des Landes und den Gemeinden zurück. Auch Arbeitgeber, die Finanzprobleme ihrer MitarbeiterInnen oft als erste erkennen und handeln, sind sehr hilfreich in der Unterstützung zur Entschuldung.

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