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v.l.n.r.: Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich, Dr. Hubert Löffler Projektleiter und Geschäftsführer der ifs Familienarbeit Vlbg., Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung Vlbg. (Foto: Fonds Gesundes Österreich)

ifs Pressemeldung

Röthis, den 28. September 2009

Um 100.000 Kilo leichter fühlen

Ein Vorarlberger Projekt hilft,  die Gesundheit sozial Benachteiligter zu verbessern

Das vom Fonds Gesundes Österreich zu zwei Drittel finanzierte Projekt „… trotz allem gesund“ hat sozial benachteiligte Personen gezielt erreicht und deren Gesundheit verbessert. Drei Vorarlberger Sozialeinrichtungen (Institut für Sozialdienste (ifs)-Familienarbeit, ifs Schuldenberatung, Vorarlberger Kinderdorf), die im Rahmen ihrer alltäglichen Beratungstätigkeit mit dieser Zielgruppe in direktem  Kontakt sind, haben ihren Klient/innen zusätzlich gesundheitsfördernde Angebote gemacht.

Der Gesundheit hat das gut getan: nach der Beteiligung waren weniger Personen bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben gesundheitlich eingeschränkt, die Zufriedenheit mit der Gesundheit und ihrer finanziellen Situation hat sich deutlich erhöht, abgenommen hat der Anteil von Personen mit depressiven Verstimmungen. Das soziale Netz innerhalb der Familie, aber auch außerhalb, ist tragfähiger geworden.

Armut macht krank

Armut bedeutet nicht einfach nur, mit etwas weniger Geld als andere über die Runden kommen zu müssen. Armut bedeutet einen drastischen Mangel an Freiheiten und Möglichkeiten in der Gesellschaft. „Wer arm ist, hat mit einer Fülle von Problemen zu kämpfen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken“ betont Mag. Christoph Hörhan, der Leiter des Fonds Gesundes Österreich. Betroffene können sich nur eingeschränkt ernähren, abgetragene Kleidung nicht immer ersetzen, die Wohnung nicht ausreichend heizen bzw. keine unerwarteten Ausgaben tätigen. „Wer solch existenzielle Sorgen hat, achtet häufig weniger auf seine Gesundheit. Die Folge: sozial Benachteiligte leben ungesunder, erkranken öfter und sterben früher; sie sind deshalb eine vorrangige Zielgruppe des Fonds Gesundes Österreich“ so Hörhan weiter. Laut einer Untersuchung der Statistik Austria sind in Österreich 1.030.000 Österreicher/innen armuts- und damit auch gesundheitsgefährdet. Doch wie kann man diese wichtige Zielgruppe erreichen? Ein vom Fonds Gesundes Österreich mitfinanziertes Projekt in Vorarlberg koppelte gesundheitsfördernde Angebote an die Jugendwohlfahrt und die Schuldenberatung, da sozial Benachteiligte besonders häufig mit diesen Einrichtungen Kontakt haben.

Etablierte Sozialeinrichtungen widmen sich gesundheitlichen Anliegen

Nach vier Jahren Projektlaufzeit zieht Dr. Hubert Löffler, Projektleiter und Geschäftsführer der ifs Familienarbeit Feldkirch/Bludenz eine positive Bilanz: „Wir nutzten den persönlichen Kontakt aus unserer Unterstützungstätigkeit, um das Thema Gesundheit, konkret die Aspekte Ernährung, Bewegung, Rauchen, Trinken, Stressbewältigung etc. anzusprechen. Da die Beratungstätigkeit vor Ort bei den Klient/innen stattfanden, konnten wir die Anregungen auch direkt mit ihnen in die Tat umsetzen, indem wir miteinander gesundheitsbewusst einkaufen gingen und kochten, ein Bewegungsprogramm mit den Kindern erarbeiteten, zum Thema Existenz-Stress und ihre Bewältigung Kleingruppen bildeten etc.“

Durch die gesundheitsfördernden Maßnahmen konnte bei Kindern ein stärkeres Selbstwertgefühl aufgebaut werden und diese berichten über weniger gesundheitliche Beschwerden. Die positiven Effekte bei den erwachsenen Familienmitgliedern: Nach der Beteiligung waren weniger bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben gesundheitlich eingeschränkt, die Zufriedenheit mit der Gesundheit und ihrer finanziellen Situation hat sich deutlich erhöht, abgenommen hat der Anteil von Personen mit depressiven Verstimmungen. Das soziale Netz innerhalb der Familie, aber auch außerhalb, ist tragfähiger geworden.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem Vorarlberger Pilotprojekt will Projektleiter Löffler, dass im Rahmen eines Folgeprojektes die Möglichkeiten für eine Ausdehnung des Konzeptes auf weitere Bundesländer ausgelotet werden.

Schulden und gesundheitliche Vorsorge

Bei der ifs Schuldenberatung standen gezielte Fragen nach der Vorsorgeuntersuchung im Zentrum, aber auch Fragen nach dem gesundheitlichen Befinden, z.B. punkto Schlaflosigkeit, chronischer Kopfschmerzen oder dem Gefühl, ständig überfordert zu sein. Die Mitarbeiter/innen nutzen dabei einen standardisierten Fragebogen, der eine gute Basis für die weiteren Gespräche lieferte. Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung, berichtet von einem Beispiel aus der Beratungspraxis : „Ein Betroffener, 48 Jahre alt, 85.000 Schulden (Auto, Wohnung, Scheidung, Unterhalt) bei elf Gläubigern, klagt über ständige Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, und gibt an „öfter mal einen über den Durst“ zu trinken. Mit der Regelung der Schulden durch einen Privatkonkurs, den Gesprächen über seinen Gesundheitszustand und der daraufhin erfolgten Konsultation eines Facharztes schilderte seine Situation nach diesen Maßnahmen als „um 100.000 Kilo leichter“ als das früher war.“

Sozial Benachteiligte profitieren am meisten

Die Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten hat ein besonders großes Potenzial, da hier noch große Rückstände aufzuholen sind. „Wie der Erfolg des Projektes „… trotz allem gesund“ zeigt, braucht es dabei eine gemeinsame Anstrengung von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren. Das ist die Voraussetzung, damit ein Beitrag zur Schaffung gesundheitlicher Chancengleichheit geleistet werden kann.“ resümiert Mag. Christoph Hörhan

 


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