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ifs Schuldenberatung - Armutsbekämpfung als gemeinsames Anliegen

Röthis, den 27. Februar 2015

Mehr als 3.100 Menschen in Vorarlberg haben im vergangenen Jahr Rat und Unterstützung bei der ifs Schuldenberatung gesucht. Nach 2.800 Klientinnen und Klienten im Jahr 2012 und 3.300 im Jahr 2013 bedeutet dies ein Einpendeln auf hohem Niveau. "Diese Zahlen untermauern einmal mehr den unschätzbaren Wert dieses Angebotes. Die engagierte Arbeit der ifs Schuldenberatung ist ein unverzichtbarer Baustein im Rahmen unserer Bemühungen zur Armutsbekämpfung", betont Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker anlässlich der Präsentation des Jahresberichts.



Vor allem hohe Wohnungskosten, niedrige Einkommen und fehlende leistbare Kleinkindbetreuung für armutsgefährdete Eltern zählen zu den ständig wiederkehrenden Themen bei der ifs Schuldenberatung. "Hier gilt es gegenzusteuern und die zu diesen Themen im Regierungsübereinkommen vereinbarten Punkte aktiv anzugehen und umzusetzen", so Landesrätin Wiesflecker. Dazu zählen vor allem:

  • Einführung eines Mindestlohnes: Hier ist das Land bei den letzten Gehaltsverhandlungen mit gutem Beispiel vorangegangen. Durch die Verbindung von Prozentsteigerungen mit fixen Sockelbeträgen wurde erreicht, dass niedere Gehälter anteilig stärker steigen. So ist es gelungen, den im Regierungsprogramm festgehaltenen Mindestlohn von 1.500 Euro zu erreichen.

  • Eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Siehe dazu das kürzlich zwischen Land und AMS vereinbarte und gemeinsam finanzierte Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 24 Millionen Euro. Dieses beinhaltet die Beibehaltung der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche sowie weitere Schwerpunkte insbesondere für ältere Arbeitsuchende, für Geringqualifizierte und zur Integration arbeitsmarktferner Personen.

  • Unterstützung der Erwerbstätigkeit von Frauen.

  • Kontinuierlicher Ausbau der Kinder- und Schülerbetreuungsangebote sowie soziale Staffelung der Elternbeiträge bis hin zur Kostenfreiheit für armutsgefährdete Familien.

  • Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus: Ziel ist es, in den nächsten Jahren rund 500 gemeinnützige Wohnungen jährlich zu bauen. Mittel- bzw. langfristig solle in jeder Vorarlberger Gemeinde ein gemeinnütziges Wohnungsangebot zur Verfügung stehen.

 


"Endlich schwarze Zahlen" …  
… so titelt der Jahresbericht der ifs Schuldenberatung. Menschen, die in Überschuldung geraten sind, haben einen langen und manchmal auch kräftezehrenden Weg vor sich. Doch die Erleichterung am Ende, wenn aus roten endlich schwarze Zahlen werden, ist groß. Mit regulierten Schulden sind Menschen wieder in der Lage, ein Leben ohne offene Rechnungen, Gerichtsbriefe und Klagen zu führen. "Wer seine Schulden geregelt hat, wird vom Sozialleistungsempfänger zum Einzahler ins System", bringt es Geschäftsführer Peter Kopf auf den Punkt.

Schuldner sind meist jung und männlich
Mehr als 60 Prozent der Ratsuchenden sind Männer. Die meisten Schuldner sind jung – über 60 Prozent haben den 45. Geburtstag noch vor sich. Auffallend aber war im Jahr 2014 auch, dass sich die seit vier Jahren beobachtbare Zunahme an Klienten über 60 noch einmal verstärkt hat. "Das lässt auf Altersarmut schließen und zeigt, dass einer der Hauptauslöser für Überschuldung, nämlich Scheidung, auch in dieser Altersgruppe angekommen ist", stellt Kopf fest.

Im Rahmen einer Social Return on Investment (SROI)-Analyse wurde der  soziale Mehrwert der Schuldenberatung berechnet. Jeder in die Schuldenberatung investierte Euro rechnet sich fünffach. Darüber freut sich Peter Kopf ganz besonders: "Damit wird klargestellt, dass Sozialausgaben nicht nur eine gute Investition in die betroffenen Menschen sind, sondern auch in die Volkswirtschaft."

Notwendige Reform des Privatkonkurses
Gemeinsam mit Kopf fordert Landesrätin Wiesflecker eine Reform des Privatkonkurses. Immer noch scheitern viele Schuldner an den nur in Österreich und Tschechien willkürlich eingeführten Hürden. So müssen Überschuldete – unabhängig von der Höhe der Schulden, ihrem Einkommen und ihren Lebensumständen – mindestens zehn Prozent ihrer Schulden zurückzahlen. Andere Länder sind in diesem Punkt viel zeitgemäßer und realitätsnäher. "Es kann nicht sein, dass eine Alleinerzieherin, die ihre Schulden aus einer Bürgschaft für ihren Ex-Partner hat, durch diese Hürde ihr Leben lang nicht entschuldet wird", unterstützt Landesrätin Wiesflecker die Forderung der ifs Schuldenberatung nach einer Lösung mit Augenmaß.
Auch die Erhöhung des Existenzminimums von derzeit etwa 900 auf mindestens 1.200 Euro wäre ein wichtiger Hebel zur Armutsbekämpfung und zielgerichteten Entschuldung.

Ausblick auf das Jahr 2015
Für das Jahr 2015 erwartet sich Peter Kopf weiterhin eine Inanspruchnahme der ifs Schuldenberatung auf hohem Niveau und beobachtet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gespannt die Entwicklung auf dem Währungssektor. Die Freigabe des Frankenkurses und die damit für die Kreditnehmer einhergehenden Zahlungsprobleme haben schon zu verstärkten Anfragen geführt.


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