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Pressekonferenz Delogierungsprävention

ifs Pressemeldung

Röthis, den 11. Juli 2008

2 Jahre Delogierungsprävention

LR Dr. Greti Schmid und Bgm./LAbg.Werner Huber, Götzis luden gemeinsam mit dem ifs, vertreten durch Heidi Lorenzi (Koordinatorin Delogierungsprävention) und GF Dr. Stefan Allgäuer, zu einer Pressekonferenz am 11.Juli, 11 Uhr in das Rathaus Götzis ein.
Gegenstand der PK war die ifs Delogierungsprävention, die Ende letzen Jahres von der Projektphase in den Regelbetrieb übergegangen ist. Finanziert wird die Koordinationsstelle durch den Vorarlberger Sozialfonds, VOGEWOSI, Wohnbauselbsthilfe, Alpenländische Heimstätte und Landeswohnbaufonds.

Inhalt der Pressekonferenz:

  • Delogierungsprävention setzt in einer ganz sensiblen Problemsituation an. Der Verlust der Wohnung ist einer der höchsten Risikofaktoren für den sozialen „drop out“.
  • Delogierungsprävention ist gleichzeitig Intervention und Prävention (Sicherung der Grundlagen, dass langfristig Wohnraum erhalten bleiben kann)
  • Delogierungsprävention ist nicht ein neues Angebot, sondern stelle eine Koordinationsfunktion dar, die sicherstellen soll, dass alle Beteiligten und involvierten Partner im Sinne der Ziele rasch und effizient zusammen wirken
  • 2 Jahre Delogierungsprävention ist ein Beispiel für erfolgreiche Netzwerkarbeit aller Beteiligten: Land und Gemeinden, Gerichte, Wohnbauträger und soziale Einrichtungen insbes. Caritas, Dowas, ifs

Seit Sommer 2005 wurde die neu eingerichtete Delogierungsprävention (Koordinationsstelle beim ifs) in knapp 400 Fällen involviert, 377 Fälle wurden abgeschlossen. Auslöser für die Delogierung sind in der überwiegenden Anzahl der Fälle Mietrückstände.

Bei 85% der abgeschlossenen Fälle konnte die Wohnung gesichert oder eine adäquate Wohnung gefunden werden.

In fast 2 Drittel der betroffenen Haushalte leben Kinder mit im Haushalt, der Anteil der Haushalte mit 3 oder mehr Kinder ist mit fast 20 % sehr hoch.

Mehr als zwei Drittel der Betroffenen haben ein regelmäßiges Einkommen, über ein Drittel hatte ein Einkommen aus Erwerbsarbeit – trotzdem die Mietrückstände.

Es gibt pro Jahr ca. 1000 Verfahren bei Gericht in Vorarlberg. Diese Zahl ist leicht rückläufig.

Delogierungsprävention gab es natürlich schon lange vor unserem Projekt. Engagierte MitarbeiterInnen in den Gemeinden, KollegInnen in den Sozialhilfeabteilungen und SozialarbeiterInnen in den verschiedensten Sozialeinrichtungen haben versucht Wohnungsverluste zu verhindern.

Jedes System für sich und im konkreten Einzelfall. In diesem Kooperationsmodell wurden die unterschiedlichen Systeme vernetzt. Durch dieses Zusammenspiel der Wohnbauträger, Gemeinden, Sozialeinrichtungen konnte Betroffenen schneller und effektiver geholfen werden.

Der häufigste Grund für den Wohnungsverlust sind Mietrückstände. Unleidliches Verhalten oder nachteiliger Gebrauch kommen sehr selten vor. Andere Gründe können Eigenbedarf des Vermieters, Ablauf des Mietvertrags. etc. sein.

Ursachen für die Entstehung von Mietschulden:

  • Relation von Einkommen und Wohnkosten sind nicht stimmig
  • Haushaltsverschuldung
  • Einkommenseinbußen durch Arbeitslosigkeit und/oder Karenz
  • Scheidung bzw. Trennung
  • Prekäre Beschäftigungsverhältnisse für Frauen (niedriges Einkommen, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse..)
  • Informationsmangel bzgl. Sozialleistungen
  • Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen und öffentlichen Unterstützungen

Wir versuchen mit den Betroffenen gemeinsam die Gesamtsituation abzuklären. Unsere Interventionen und Hilfestellungen können ganz unterschiedlicher Art sein. Von einer Klärung der rechtlichen Situation bis Unterstützung und Hilfestellung bei der Beantragungen von Sozialleistungen. Wir unterstützen die Betroffenen bei Verhandlungen mit Vermietern oder helfen einen sinnvollen Finanzierungsplan zu machen.

Ziel unserer Arbeit ist eine nachhaltige Wohnraumsicherung. Nur kurzfristig die Delogierung zu verhindern dient keiner Seite. Es sollen Lösungen gefunden werden, damit die ständige Angst vom Wohnungsverlust verschwindet.

Und dieses Ziel erreichen wir schneller und vor allem nachhaltiger, wenn die Gemeinden, die freien Wohlfahrtsträger, Wohnbauträger und viele mehr sehr eng kooperieren und gut zusammenarbeiten.

Was wir uns wünschen:

  • Frühwarnsystem weiter ausbauen, damit wir die Betroffenen so früh wie möglich erreichen.
  • Kooperationen  mehr Gemeinden einbeziehenàausbauen
  • Infos zur ifs Delogierungsprävention
    zum Angebot der Delogierungsprävention

 

. zum Beitrag des ORF.

. Beitrag ORF in "Vorarlberg heute".

 VOL-Interview mit LR Dr. Greti Schmid.

 VOL-Interview mit Heidi Lorenzi.

 


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. zu Pressemeldungen 2008


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