SEITENBEREICHE


zur ifs Homepage.
Mag. Florian Bachmayr-Heyda, Leiter der ifs Sachwalterschaft

ifs Sachwalterschaft Vorarlberg wünscht sich auch junge Ehrenamtliche

Röthis, den 4. März 2009

Die MitarbeiterInnen der ifs Sachwalterschaft Vorarlberg setzen sich als gesetzliche Vertreter für erwachsene demente Menschen, Personen  mit geistiger Behinderung oder psychischer Krankheit ein. Unterstützt werden die 14 hauptberuflichen Sachwalterinnen und Sachwalter von 170 Ehrenamtlichen. Egal ob  ältere oder jüngere Menschen: In der Betreuung gilt als oberstes Prinzip „Tempo reduzieren und Zeit geben“.

„Entschleunigen ist einer der wichtigsten Punkte im Umgang mit unseren Klientinnen und Klienten“, betont der Leiter der ifs Sachwalterschaft Mag. Florian Bachmayr-Heyda.  Kürzlich habe er gelesen, dass das Lebenstempo heute um 350 Mal schneller sei als noch in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Gerade ältere Menschen, Personen mit geistiger Behinderung oder psychisch kranke Menschen seien von dieser Schnelligkeit überfordert. „Deshalb ist es in unserer Arbeit besonders wichtig, langsam und verständlich zu kommunizieren, nur wenige Themen in ein Gespräch zu packen und vor allem Zeit mitzubringen, gut zuzuhören“, erklärt Bachmayr-Heyda.

Interesse für die Person, die man betreut, ist in der Sachwalterschaft immer Voraussetzung. Zeit zuzuhören, sei aber im Umgang mit älteren dementen Menschen fast noch wichtiger als mit jüngeren Klientinnen und Klienten, weiß der Leiter der ifs Sachwalterschaft. „Unsere älteren Klientinnen und Klienten haben in der Regel ein sehr gutes Langzeitgedächtnis“, so Bachmayr-Heyda: „Sie erzählen gerne von früheren Zeiten, als sie noch all ihre Kompetenzen hatten. Hört jemand aufmerksam zu, fühlen sie sich aufgehoben und wertgeschätzt.“

Während diese Art von Biographiearbeit bei Menschen umso wichtiger wird, je älter sie sind, fordern jüngere Klientinnen und Klienten eine zukunftorientierte Betreuung. „In der Arbeit mit jüngeren Menschen mit Behinderung und psychisch kranken Personen steht im Zentrum das Abklären der Finanzen und das Planen des nächsten Schrittes“, bringt es der Leiter der ifs Sachwalterschaft auf den Punkt. „Jüngere Menschen können ihren Sachwalter auch wieder los werden, wenn es ihnen besser geht“, räumt Bachmayr-Heyda mit einem Augenzwinkern ein: „Für ältere Klientinnen und Klienten ist eine Sachwalterschaft  in der Regel eine dauerhafte Lösung.“

Im vergangenen Jahr haben die 14 hauptberuflichen und rund 170 ehrenamtlichen Sachwalterinnen und Sachwalter 580 Klientinnen und Klienten betreut. Zusätzlich erstellten sie ca. 150 Gutachten, so genannte Clearings; auf Anfragen von Gerichten, wird überprüft ob für eine bestimmte Person eine Sachwalterschaft nötig ist. Außerdem haben sie 280 telefonische oder persönliche Beratungen durchgeführt.

„Unsere Arbeit ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Die Beantragung von Leistungen ist komplexer, die Familienstrukturen verändern sich, der Zusammenhalt innerhalb der Familie wird weniger und immer mehr Menschen kommen mit der Schnelligkeit unseres Lebens nicht mehr zurecht.“, betont Bachmayr-Heyda, der bereits seit 20 Jahren als ifs Sachwalter tätig ist.

Außerdem sei es nicht mehr so leicht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. „Es gibt bereits viele Möglichkeiten, wo interessierte Menschen sich sozial engagieren können“, fügt Bachmayr-Heyda hinzu. „Und unsere Arbeit ist mit Sicherheit sehr verantwortungsvoll, aber auch sehr befriedigend.“ Diese Rückmeldung erhalte er immer wieder von ehrenamtlichen Sachwalterinnen und Sachwaltern.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ifs Sachwalterschaft sind im Schnitt fünfzig Jahre und aufwärts. „Vor allem für unsere jungen Klientinnen und Klienten wünschen wir uns auch jüngere Betreuerinnen und Betreuer.“ Die väterliche oder mütterliche Rolle älterer Sachwalterinnen und Sachwalter sei für viele jüngere Menschen zwar passend, aber eben nicht für alle.

Als besonders wichtig erachtet der Leiter der ifs Sachwalterschaft den direkten Kontakt zwischen den Generationen. „Viele ältere Menschen haben über jüngere Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte einen Zugang zum Jetzt, den sie ohne diese Menschen verlieren würden. Immer wieder höre ich: 'Das macht mein Enkel, der kennt sich mit dem Internet aus.' Gleichzeitig finden junge Menschen über die ältere Generation einen Zugang zu Früher und zu ihren Wurzeln. Sie lernen, wie das Leben in früheren Zeiten war und wie sehr es sich verändert hat. Daraus erwächst erst echtes Verständnis.“

SachwalterInnen stehen Personen, die ihre Angelegenheiten nicht ohne Gefahr einer Benachteiligung selbst erledigen können und keine geeigneten Angehörigen haben, persönlich und kompetent zur Seite. Zudem bietet der Verein ifs Sachwalterschaft Beratungen und Schulungen für nahe stehende Personen an.

 

zum Seitenanfang springen


Schriftgröße

. zu Pressemeldungen 2009.


Fact-Box


ifs Sachwalterschaft Vorarlberg
Poststrasse 2/4
6850 Dornbirn,

Tel. 05572 90888

» E-Mail.

Leiter: Mag. Florian Bachmayr-Heyda



Wir helfen WEITER.