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ifs Bewohnervertretung: Mit technischen Hilfsmitteln kann man Freiheitsbeschränkungen vorbeugen

Röthis, den 18. März 2009

Die Gefahr, sich bei einem Sturz zu verletzen, ist das häufigste Argument, warum ein Mensch in einem Krankenhaus, einer Behinderteneinrichtung oder in einem Pflegeheim in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Nicht immer zu recht. Denn in vielen Fällen reichen technische Hilfsmittel  zur Sturzprophylaxe. Die ifs Bewohnervertretung war im vergangenen Jahr sehr aktiv, die Rechte der Bewohnerinnen und Bewohner zu vertreten.


Niedrigpflegebetten, Alarm- und Sturzmatten: Vor allem in Pflegeheimen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten an, um den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Leben mit größtmöglicher Bewegungsfreiheit zu sichern. „In den letzten Jahren waren wir sehr aktiv, die verschiedenen technischen Hilfsmittel zu bewerben“, erzählt Herbert Spiess von der ifs Bewohnervertretung.


Mit deutlichem Erfolg. Denn in der Praxis zeigt sich, dass der professionelle Umgang mit derartigen Hilfsmitteln viele Freiheitsbeschränkungsmaßnahmen wie Bettgitter, Gurtfixierungen, versperrte Türen oder beruhigende Medikamente überflüssig macht. Dennoch stieg die Zahl der Klientinnen und Klienten der ifs Bewohnervertretung im vergangenen Jahr wie bereits in den Vorjahren um fünf Prozent auf 1.295. Grund dafür war die überdurchschnittliche Zunahme der Meldungen aus Krankenanstalten.


Die drei ifs Bewohnervertreterinnen und -vertreter bearbeiteten 2008 weit über 2000 Maßnahmen der Beschränkung der Bewegungsfreiheit. Etwa 500 dieser Maßnahmen – die meisten in Krankenanstalten – konnten mit oder ohne Intervention der Bewohnervertretung wieder aufgehoben werden. In 200 weiteren Fällen erreichten die ifs Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter die Umsetzung einer schonenderen Maßnahme.


Nur bei 52 Maßnahmen (rund drei Prozent) kam es zu keiner einvernehmlichen Einigung zwischen Betreuungspersonal, betroffener Person und der ifs Bewohnervertretung. In diesen Fällen muss das  Gericht über die Zulässigkeit der Maßnahme befinden. Bei 27 Anträgen, die die ifs Bewohnervertretung 2008 an das Gericht stellte, wurden je etwa die Hälfte der Beschränkungsmaßnahmen für zulässig beziehungsweise unzulässig erklärt.


Die ifs Bewohnervertretung vertritt anwaltlich Menschen in Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern, in ihrem Recht auf größtmögliche Bewegungsfreiheit. Auf Grundlage des Heimaufenthaltsgesetzes von 2005 müssen Einrichtungen Freiheitsbeschränkungen von einem Arzt anordnen lassen und der ifs Bewohnervertretung unverzüglich davon berichten. Geschieht das nicht, machen sich die dafür Verantwortlichen in der Einrichtung wegen Freiheitsentziehung strafbar.


Erfährt das Team der ifs Bewohnervertretung von einer Beschränkungsmaßnahme, macht sich der regional zuständige Mitarbeiter ein Bild von der Situation vor Ort: Besucht die Klientin oder den Klienten, spricht mit dem Betreuungspersonal und beurteilt, ob die Freiheitsbeschränkung als letzte Möglichkeit notwendig ist oder ob es andere schonendere Maßnahmen geben könnte. Umgesetzt wird einvernehmlich oder durch richterlichen Beschluss.


Einen Tipp hat Herbert Spiess auch für gangunsichere Menschen oder Menschen mit Osteoporose, die noch in den eigenen vier Wänden leben. Sie laufen besonders Gefahr, sich bei Stürzen den Oberschenkelhals zu brechen. „Was oft Pflegebedürftigkeit und die Aufnahme in ein Pflegeheim bedeutet“, erklärt Spiess. „Eine Hüftschutzhose mit Schutzpolstern an beiden Seiten reduziert das Verletzungsrisiko um 80 Prozent.“ Das Hilfsmittel ist außer in Pflegeheimen noch wenig bekannt. Erhältlich ist es im Sanitätsfachhandel und kostet zwischen 50 und 80 Euro.

 

 

 


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