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Der Umgang mit Gefühlen ist keineswegs ausschließlich die
Domäne der Psychotherapie, sondern erfordert unsere sensible Aufmerksamkeit
im ganz normalen Alltag.
Unsere Gefühle sollten so akzeptiert werden, wie sie sind.
Die Bewertungs-kategorien "falsch" oder "richtig" erweisen sich nicht
wirklich als hilfreich. Gefühle sind, was sie sind: Wut, Hass, Schuld,
Angst,... Wenn wir sie nicht unzensuriert zulassen, laufen wir Gefahr, Teile
in uns zu unterdrücken, mit denen wir nicht so gut zurechtkommen. Und
dadurch wird der Zugang zur tatsächlichen emotionalen Realität blockiert und
die weitere Entwicklung der Persönlichkeit gehemmt oder eingeschränkt.
Unterdrückte Gefühle verschwinden ja nicht endgültig, sondern bleiben
unterschwellig in uns aktiv und kehren auf schrägen Umwegen wieder zurück.
Durch die bewusste Wahrnehmung unserer Empfindungen und
Gefühle, erfahren wir viel über uns selbst und die Welt und bekommen so
wertvolle Orientierungshilfen. Zulassen der Gefühle bedeutet keineswegs
blindes Ausagieren aller Impulse, die daraus entstehen! Die Reaktion auf der
Handlungsebene erfordert die enge Kooperation mit unseren Denkfunktionen -
hier kommt die Vernunft mit ins Spiel, der Blick auf den Kontext und auf die
Gefühle der anderen. Es geht nicht um ein Entweder / Oder (Körper oder
Geist), sondern um ein versöhnliches Miteinander.
Drei Fragen könnten hilfreich sein für den Umgang mit
belastenden Gefühlen.
- Was fühle ich? - Zulassen statt verdrängen
- Was möchte ich? - Eigene Impulse beobachten, statt
ausagieren. - In der Phantasie ist alles erlaubt.
- Was ist möglich? - Bedenken der Handlungsfolgen
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