"Burnout" ist in aller Munde,
die Beschäftigung mit dem Thema ist inflationär. Bei einem Vortrag zu
Burnout habe ich die Meinung gehört, dass nun fast jeder - wie früher über
Stress - über Burnout klagen würde. Es besteht also die Gefahr, Burnout nach
dem Motto "Klappern gehört zum Handwerk" nicht mehr ernst zu nehmen und in
der Wahrnehmung und Sensibilität für die Symptome und das in Folge oft
gravierende Krankheitsbild nach zu lassen.
Wahrscheinlich müssen wir uns um uns selbst oder um jene KollegInnen, die
immer schon "gestresst" waren, auch nicht so viele Sorgen machen. Besonders
gefährdet für Burnout sind jene, die eher wenig klagen, die bei erhöhtem
Arbeitsdruck mit verstärktem Arbeitseinsatz reagieren, die pünktlich,
gewissenhaft und zuverlässig versuchen, jedem Arbeitsauftrag gerecht zu
werden, hohe Anforderungen an sich selbst stellen und lange dazu bereit
sind, an oder über die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu gehen.
Achten Sie besonders auf Veränderungen: Wenn Sie anhaltende Müdigkeit,
körperliche und geistige Erschöpfung, Pessimismus, Gefühle von
Wertlosigkeit, sozialen Rückzug - oft einhergehend mit psychosomatischen
Beschwerden (Rückenschmerzen, Schlafstörungen) - und Infektanfälligkeit
bei sich selbst oder bei KollegInnen, die sie sonst eher als Menschen
erleben haben, die auch "am Anschlag arbeiten" wahrnehmen, sind Ihre Sorgen
sicher berechtigt. Das sind Anzeichen für das "richtige" Burnout. Es gibt
ein schönes Bild dazu: "Burnout" bedeutet soviel wie "ausgebrannt sein" -
und ausbrennen kann nur der, der auch mal "gebrannt" hat.
|
|
Dieser Tipp kommt von:
Carla Rudigier
Diplomsozialpädagogin
05552 / 62303-0
rudigier.carla@ifs.at
|
|