#82 
  Reden ist Silber,
Schweigen ist Gold.
 
Wer kennt es nicht, dieses schon fast abgedroschene Sprichwort. Doch was liegt alles im Schweigen? Unsicherheit, Angst einen Fehler zumachen, trotziges Verweigern einer Antwort, Verbergen einer Lüge - alles nicht sehr positive Aspekte des Schweigens. Wo ist nun das Gold? Und ist unser Reden wirklich immer nur Silber oder oft Blech?

Wie viele hohle Phrasen und Worthülsen werden als akustischer Müll in unseren Ohren und Gehirnen deponiert? Von Lärmbelästigung, ja von Lärmfolter ist schon die Rede. Dabei geht es nicht nur um die Lautstärke, sondern auch um das Dauerbombardement auf unsere Ohren. Und die können wir bekanntlich ja nicht verschließen. Der Gegensatz dazu: Schweigen und Stille.

Schweigen ist erholsam:
Mit anderen: Ich muss nicht zu allem und jedem meinen Senf hinzufügen.
Mit mir allein: Die - relative - Stille aushalten lernen bis zum Genießen, den eigenen Gedanken nachhängen, das Lauschen auf die Laute der Natur.
Schweigen ist kreativ:
Gerade die innere und äußere Stille kann einen schöpferischen Prozess zur kreativen Entfaltung bringen.
Schweigen ist verbindend:
Liebende, die sich ohne viele Worte verstehen und sich gerade dadurch nahe fühlen. Ausdrücken von Anteilnahme im schweigenden Zuhören. Aufmerksames Hinhören im Gespräch, ohne gleich zu argumentieren.

Käthe Recheis erzählt in ihrem Buch "Weißt du, dass die Bäume reden": Die Indianer Nordamerikas glaubten fest an das Schweigen - das Zeichen vollkommener Harmonie. Schweigen und Stille stellten für sie das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele dar. Wenn du einen Indianer fragst: "Was sind die Früchte der Stille?", so wird er sagen: "Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer, Geduld, Würde und Ehrfurcht."
Dieser Tipp kommt von:



Dr. Peter Lissy

Psychologe
05522/75902
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