Wer kennt es nicht, dieses
schon fast abgedroschene Sprichwort. Doch was liegt alles im Schweigen?
Unsicherheit, Angst einen Fehler zumachen, trotziges Verweigern einer
Antwort, Verbergen einer Lüge - alles nicht sehr positive Aspekte des
Schweigens. Wo ist nun das Gold? Und ist unser Reden wirklich immer nur
Silber oder oft Blech?
Wie viele hohle Phrasen und Worthülsen werden als akustischer Müll in
unseren Ohren und Gehirnen deponiert? Von Lärmbelästigung, ja von Lärmfolter
ist schon die Rede. Dabei geht es nicht nur um die Lautstärke, sondern auch
um das Dauerbombardement auf unsere Ohren. Und die können wir bekanntlich ja
nicht verschließen. Der Gegensatz dazu: Schweigen und Stille.
Schweigen ist erholsam:
Mit anderen: Ich muss nicht zu allem und jedem meinen Senf hinzufügen.
Mit mir allein: Die - relative - Stille aushalten lernen bis zum Genießen,
den eigenen Gedanken nachhängen, das Lauschen auf die Laute der Natur.
Schweigen ist kreativ:
Gerade die innere und äußere Stille kann einen schöpferischen Prozess zur
kreativen Entfaltung bringen.
Schweigen ist verbindend:
Liebende, die sich ohne viele Worte verstehen und sich gerade dadurch nahe
fühlen. Ausdrücken von Anteilnahme im schweigenden Zuhören. Aufmerksames
Hinhören im Gespräch, ohne gleich zu argumentieren.
Käthe Recheis erzählt in ihrem Buch "Weißt du, dass die Bäume reden": Die
Indianer Nordamerikas glaubten fest an das Schweigen - das Zeichen
vollkommener Harmonie. Schweigen und Stille stellten für sie das
Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele dar. Wenn du einen Indianer
fragst: "Was sind die Früchte der Stille?", so wird er sagen:
"Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer, Geduld, Würde und Ehrfurcht." |
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Dieser Tipp kommt von:
Dr. Peter Lissy
Psychologe
05522/75902
lissy.peter@ifs.at
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