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12. April 2018Wie viel ist genug? 30 Jahre ifs Schuldenberatung

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der ifs Schuldenberatung zeigt das vorarlberg museum die Ausstellung "Wie viel ist genug?". Diese soll sensibilisieren, unterhalten, amüsieren und nachdenklich machen – vor allem aber soll sie Verständnis wecken für die Menschen, die durch Veränderungen in ihrem Leben in finanzielle Nöte geraten und einen Weg suchen müssen, um ihre Schuldenprobleme zu lösen.

Kennen Sie Ihren Kontostand? Wie viel verdienen Sie? Und Ihr Nachbar? Hatten Sie schon einmal Angst vor dem Briefkasten? Das Thema Geld ist allgegenwärtig, die Verteilung von Geld innerhalb der Gesellschaft eine Quelle für vielfältige Emotionen. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung sehen sich mit persönlichen Fragen und Aufgaben konfrontiert, humorvolle Interventionen laden dazu ein, eigene Verhaltensmuster zu erkennen. Im Laufe der Ausstellung wird zum Beispiel anhand einer anonymisierten Umfrage der jeweilige Kontostand der Besucherinnen und Besucher erhoben. Auch andere, sehr persönliche Zugänge erlauben einen tiefen Einblick in den Umgang mit einem der letzten Tabus unserer Gesellschaft: Die Frage nach dem Geld.

Wer durch die Ausstellung geht und sich den Themen stellt, erhält ein Bild von den Wechselfällen des finanziellen Lebens, die den Weg zur ifs Schuldenberatung sinnvoll machen können. Über 50.000 bearbeitete Fälle seit der Gründung in Vorarlberg verdeutlichen: die Beratung hat im Leben der betroffenen Menschen einen entscheidenden Unterschied geleistet und einen Weg aus der Schuldenfalle sichtbar gemacht. Dass die Beraterinnen und Berater nicht mit dem moralischen Zeigefinger drohen, sondern bewährte Lösungen anbieten, ohne zu urteilen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, die in der Ausstellung erzählt wird. An einem Beratungstisch lassen sich persönliche Fragen direkt vor Ort mit den Expertinnen und Experten besprechen, oder ein Termin mit der Schulden- oder Budgetberatung vereinbaren. Die Einrichtung ist dabei auch für Menschen geeignet, die finanziell abgesichert sind, aber immer wieder erleben, dass das Geld am Ende des Monats aufgebraucht ist.

Wo ist das Geld?

Die Ausstellung wird Kreise in den öffentlichen Raum rund um das Museum ziehen und dafür sorgen, dass die Themen Geld, Schulden und der tabuisierte Umgang damit für mindestens ein Schmunzeln bei Passantinnen und Passanten sorgt.
Die Polytechnische Schule Dornbirn ist eingeladen, sich mit ihren Ideen einzubringen. Welche Fragen haben Jugendliche, die kurz vor dem Eintritt in die Berufswelt stehen – was lernen sie über den Umgang mit Geld von den Eltern, der Gesellschaft, der Werbung? Welchen Einflüssen sind sie ausgesetzt, und wie finden sie ihren eigenen Weg durch all die Herausforderungen? Wenn Shoppen zum Freizeitvergnügen wird, hat das große Auswirkungen auf den Kontostand – aber auch die Verteilung des Vermögens weltweit ist für Jugendliche ein deutlicher Hinweis auf ihre Aussicht für die Zukunft. Was immer sie am meisten bewegt, wird im Zuge des Ausstellungsprojekts erarbeitet und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht. Im Vorfeld erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Finanzführerschein von der ifs Schuldenberatung und haben damit bereits ein Werkzeug in der Hand, mit dem sie kompetent in die Berufswelt einsteigen können.


Kuratorinnen

Daniela Egger, Theresia Anwander

Expertenteam ifs

Julia Kleindinst, Peter Kopf

Ausstellungsgestaltung

Super BfG

Aufbauten

Produktionswerkstatt Vorarlberger Kulturhäuser, Team Technik vorarlberg museum

Wir bedanken uns für die Kooperation

PTS Dornbirn, Alexander Karu, Christian Weiskopf und Christa Giesinger mit
48 Schülerinnen und Schülern
Huber Tricot, Mäder
Druckwerk, Lustenau

Leihgabe Badewanne

Ventilator, Dornbirn


Eine positive Bilanz

Seit 1988 bietet die ifs Schuldenberatung kostenlose Hilfe und Unterstützung für überschuldete Personen. Mit insgesamt 54.000 Klienten erarbeiteten die Schuldenberater in den vergangenen 30 Jahren Lösungen für eine geregelte finanzielle Zukunft.

30 Jahre ifs Schuldenberatung

Am 1. Februar 1988 nahm die ifs Schuldenberatung ihre Tätigkeit auf. "Im Vorfeld waren Mitarbeiter des Institut für Sozialdienste im Beratungsalltag an Grenzen gestoßen. Unlösbare finanzielle Probleme überlagerten alle anderen Probleme und machten es unmöglich, in der Beratung über Erziehungs- oder Paarprobleme zu sprechen", erklärt Peter Kopf, Leiter der ifs Schuldenberatung. Ein eigenes Beratungsangebot mit spezialisiertem Beratungspersonal musste her. So startete die ifs Schuldenberatung mit zwei Beratern und bereits im ersten Jahr konnten fast 300 Personen unterstützt werden.

Jährlich rund 3.000 Klienten

Mittlerweile ist die Schuldenberatung in Bregenz, Feldkirch und Bludenz zu finden, wo insgesamt sieben Schuldenberaterinnen und -berater sowie drei Mitarbeiterinnen in der Schuldenprävention tätig sind. Auch die Zahl der Ratsuchenden ist im Laufe der Jahre kontinuierlich angestiegen. Heute werden jährlich rund 3.000 Menschen mit Schulden beraten. "Manchmal ist ein einmaliges Gespräch, in dem wichtige Abklärungen vorgenommen werden, ausreichend", erläutert Kopf. "In anderen Fällen braucht es einen längeren Beratungsprozess, an dessen Ende eine Neuorganisation der finanziellen Situation und eine Regelung der Schulden stehen."

Aktiv in eine geregelte finanzielle Zukunft

Generell stellen geregelte Schulden immer das Ziel dar. Es gilt, durch eine Einkommenserhöhung bzw. Ausgabenreduzierung Veränderungen im Haushaltsplan zu erzielen, neue Vertragsvereinbarungen zu verhandeln, außergerichtliche Lösungen bzw. eine gerichtliche Lösung durch einen Privatkonkurs zu erreichen. "Natürlich ist bei jeder Schuldenlösung die aktive Mitarbeit der Betroffenen notwendig. Ohne diese geht gar nichts", weiß Peter Kopf aus seinem Berufsalltag zu berichten. "Doch wenn jemand motiviert ist und sein Schuldenproblem lösen will, dann steigen die Chancen auf ein Leben ohne oder mit geregelten Schulden sehr stark."


Zahlen und Fakten

  • Seit 1988 rund 54.000 Personen beraten (durchschnittlich 1.800 Personen pro Jahr)
  • 60 Prozent Männer, 40 Prozent Frauen
  • 8 Prozent unter 25 Jahre, 76 Prozent zwischen 26 und 55 Jahre, 16 Prozent über 55 Jahre alt
    Achtung: Abnahme der jungen und Zunahme der älteren Personen
  • 40.000 mitbetroffene Kinder
  • 6.340 eröffnete Privatkonkurse (seit 01.01.1995)
  • 40 Prozent vollzeitbeschäftigt, 30 Prozent arbeitslos, 10 Prozent Pension; 20 Prozent berufsunfähig, im Haushalt tätig
  • Verschuldungsgründe: Einkommensverschlechterung/Arbeitslosigkeit, Scheidung/Trennung, Konsumverhalten, ehemalige Selbstständigkeit, Bürgschaften, Wohnen, Unfall/Krankheit/Tod, Unterhaltsverpflichtung, Autokauf, Lebenshaltungskosten, Sucht

Erreichte Ziele

  • Anhebung des Existenzminimums (von 300 auf 900 Euro für eine alleinstehende Person) – jetzt müsste der nächste Schritt auf deutsches Niveau erfolgen. Dort ist die Grenze mehr als 200 Euro höher und liegt bei 1.130 Euro.
  • Der Privatkonkurs für alle (die aktiv mitarbeiten)
  • Das Recht auf ein Girokonto für alle
  • Neben der Schuldenberatung auch Budgetberatung
  • Schuldenprävention in ganz Österreich (in Vorarlberg "Vorarlberger Finanzführerschein")
  • Drei Standorte in Vorarlberg (Bregenz, Feldkirch, Bludenz)
  • Sieben Schuldenberater
  • Leichte Erreichbarkeit durch den wöchentlichen Sprechtag am Donnerstag

Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung

 

Erzählcafé: Das liebe Geld

Di, 08. Mai, 15.00 bis 16.30 Uhr

Geldfragen beschäftigen uns fortwährend – ob in der Politik, im beruflichen Alltag oder privat. Kein Wunder, dass es zahlreiche Redewendungen und Sprichwörter zum Thema Geld gibt. Wobei wir nicht das gängige "Über Geld spricht man nicht" beherzigen wollen: Ist es schwer mit dem Einkommen auszukommen? Bleibt noch etwas für den Sparstrumpf übrig? Sparen Sie auf ein großes Ziel oder geht es immer eher um den Notgroschen? Schreiben Sie Ihre Ausgaben in ein Haushaltsbuch? Kennen Sie Geldnot? Wie wichtig war/ist Ihnen das liebe Geld?
Das Publikum ist am Wort! Uns interessieren Ihre Geschichten, Ihre Erfahrungen und Erinnerungen an frühere Begebenheiten oder Ereignisse. Die Besucher erzählen in angenehmer Atmosphäre nach Lust und Laune zu vorgegebenen Themen. Das Erzählen ist natürlich freiwillig, Zuhören hingegen Pflicht! Jeden zweiten Dienstag im Monat.

Vortrag: Oliver Tanzer: "... und vergib auch unseren Gläubigern"

Do, 24. Mai, 19.00 bis 20.00 Uhr

Über den quasireligiösen Umgang mit Schuld, Schulden und Risiko
Die westliche, globalisierte Wirtschaft ist ohne Kredit nicht denkbar. Schulden schmieren den Kreislauf und erhalten unser System aufrecht. Gleichzeitig wird uns beigebracht, Schulden seien auch mit moralischer Schuld gleichzusetzen und die Gesellschaft behandelt jene am schlechtesten, deren Not sie durch systematische Schulden-Mechanismen erzeugt.
Oliver Tanzer plädiert für eine neue Sicht der Dinge. Er ist Autor und leitender Redakteur der Wochenzeitung "Die Furche", war langjähriger Korrespondent des ORF bei der Europäischen Union in Brüssel und arbeitete zuvor als Redakteur für "Der Standard" und "Profil".



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Unternehmenskommunikation

Julia Kleindinst

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