Wenn das Leben aus dem Gleichgewicht gerät, braucht es rasche Unterstützung. Psychische Belastungen, familiäre Probleme, Gewalterfahrungen, Überforderung im Alltag, Fragen der Existenzsicherung oder im Zusammenhang mit einer Beeinträchtigung zählen zu den vielen Gründen, weshalb Menschen Hilfe beim Institut für Sozialdienste (ifs) suchen. Im vergangenen Jahr unterstützte das ifs mehr als 37.500 Klient:innen. Der Jahresbericht 2025 zeigt, wie professionelle psychosoziale Beratung Menschen in belastenden Lebenssituationen begleitet – sehr oft weit über ein erstes Beratungsgespräch hinaus.
“Für das ifs steht dabei immer der Mensch im Mittelpunkt“, betont ifs Geschäftsführerin Martina Gasser. ”Ziel ist es, in belastenden Lebenssituationen rasch, niederschwellig und fachlich fundiert zu unterstützen. Denn gerade in herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, dass Hilfe schnell dort ankommt, wo sie gebraucht wird, und nachhaltig wirkt."
Die Herausforderungen, mit denen Menschen heute konfrontiert sind, werden zunehmend komplexer. Finanzielle Schwierigkeiten wirken sich häufig auf die psychische Gesundheit aus, familiäre Konflikte verstärken Belastungen und gesundheitliche Probleme erschweren die Existenzsicherung. “Selten lassen sich solche Situationen mit einem einzelnen Gespräch lösen. Professionelle psychosoziale Beratung bedeutet deshalb weit mehr als eine erste Orientierung oder das Vermitteln von Informationen”, erklärt Gasser. “Sie hilft dabei, Belastungen zu ordnen, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam langfristige Perspektiven zu entwickeln.”
Beratung endet nicht mit einer ersten Abklärung. Sie schafft Orientierung in komplexen Lebenssituationen, stärkt die Handlungsfähigkeit der Betroffenen und begleitet sie auf ihrem Weg zu tragfähigen Lösungen. Dazu gehören psychosoziale Unterstützung ebenso wie die Koordination notwendiger Hilfen, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen und das Erarbeiten individueller Problemlösungen. Erst das Zusammenspiel aus fachlicher Kompetenz, Zeit und einer vertrauensvollen Begleitung ermöglicht es, Menschen nachhaltig zu stabilisieren und ihre Selbstbestimmung zu fördern. Dabei wirkt Beratung weit über die unmittelbare Unterstützung hinaus. Sie hilft Menschen, ihren Alltag wieder selbstständig zu bewältigen, stärkt das persönliche und familiäre Umfeld und trägt dazu bei, dass Krisen nicht weiter eskalieren. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld und letztlich die Gesellschaft insgesamt.
Der aktuelle Jahresbericht 2025 gibt unter dem Motto “Kurshalten im Wandel” Einblicke in die vielfältige Arbeit des ifs und zeigt anhand von Zahlen, Entwicklungen und Praxisbeispielen, wie professionelle psychosoziale Unterstützung Menschen in Vorarlberg stärkt. Im vergangenen Jahr begleitete das ifs insgesamt 37.572 Klient:innen und erbrachte Leistungen im Umfang von 47,89 Millionen Euro. 58 Prozent der Klient:innen waren weiblich, 42 Prozent männlich. Menschen aller Altersgruppen nahmen die Unterstützungsangebote des ifs in Anspruch – vom Kleinkind bis ins hohe Erwachsenenalter, mit einem Schwerpunkt bei den 25- bis 44-Jährigen.
“Unser Dank gilt dem Land Vorarlberg, den Städten und Gemeinden im Vorarlberger Sozialfonds, den Bundesministerien, dem Land Tirol, den Sozialversicherungsträgern und der Österreichischen Gesundheitskasse. Ihre langjährige Unterstützung macht es möglich, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen verlässlich zu begleiten”, bedankt sich Gasser.

