Unsere Webseite verwendet Cookies ausschließlich zu statistischen Zwecken. Damit wird es uns möglich, unser psychosoziales Hilfs- und Unterstützungs­angebot stetig zu verbessern. Durch Ihre Zustimmung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Skip to Main Content Skip to footer site mapSkip to search
  • Schrift verkleinern
  • Schrift Standard
  • Schrift vergrössern
  • Kontrast erhöhen
  • Inhalte vorlesen
  • Schuldenlexikon

Schuldenlexikon

Hier finden Sie wichtige Begriffe von A bis Z zum Thema Schulden.


A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z


A

Abschlagszahlung

Schuldenregulierung durch freiwilligen Teilverzicht eines*einer Gläubiger*in. In außergerichtlichen Verhandlungen wird die Forderung auf einen Betrag reduziert, welcher von einem*einer Dritten zur Verfügung gestellt wird bzw. der Zahlungsfähigkeit des*der Schuldner*in angemessen ist.

Abschöpfungsverfahren

Das Abschöpfungsverfahren wird im Rahmen eines Privatinsolvenzverfahrens vom Gericht eingeleitet, wenn der angebotene Zahlungsplan keine Gläubigermehrheit gefunden hat und wenn keine Einleitungshindernisse bestehen. Es wird ein*e Treuhändler*in bestellt, der über den Zeitraum von sieben Jahren den pfändbaren Teil des Einkommens des*der Schuldner*in verwaltet. Diese Beträge werden dann vom*von der Treuhänder*in an die Gläubiger*innen weitergeleitet.

Während des Abschöpfungsverfahrens sind dem*der Schuldner*in gewisse Pflichten auferlegt, die sogenannten Obliegenheiten.

Nach dem Abschöpfungszeitraum von sieben Jahren wird vom Gericht geprüft, ob die Gläubiger*innen zumindest 10 Prozent der ursprünglichen Forderungen bekommen haben. Ist das der Fall, so erhält der*die Schuldner*in vom Gericht die Restschuldbefreiung. Haben die Gläubiger*innen 50 Prozent ihrer Forderungen bekommen, so kann bereits nach drei Jahren eine Restschuldbefreiung erteilt werden.

Ab- und Aussonderungsrecht

Ein Absonderungsrecht ist ein spezielles Sicherungsrecht für Gläubiger*innen, das zwischen Gläubiger*in und Schuldner*in vereinbart wurde. Ein Absonderungsrecht stellt
z. B. ein vertragliches Pfandrecht dar. Solche Absonderungsrechte erlöschen in einem Privatinsolvenzverfahren automatisch zwei Jahre nach Insolvenzeröffnung.

Ein Aussonderungsrecht besteht, wenn eine Sache nicht dem*der Schuldner*in, sondern einem*einer Dritten gehört. Aussonderungsrechte bleiben auch in einem Privatinsolvenzverfahren erhalten.


Alimente (Unterhaltszahlung)

Zahlungsverpflichtung aufgrund eines gesetzlichen oder vertraglichen Unterhaltsanspruchs, insbesondere nach Trennung oder Scheidung für das (die) Kind(er) oder den*die Ex-Ehepartner*in.

Unterhaltsplichten sind bei der Gehaltspfändung zu berücksichtigen, sie erhöhen den unpfändbaren Betrag. Bei Gehaltsexekution zugunsten von Unterhaltsansprüchen gelten niedrigere Pfändungsgrenzen als bei Pfändung für sonstige Schulden. Schuldhafte Verletzung der Unterhaltspflicht durch Zahlungsverzug ist gemäß § 198 Strafgesetzbuch strafbar.


Außergerichtlicher Ausgleich

Schuldenregulierung durch Teilverzichte der Gläubiger*innen. Ziel des außergerichtlichen Ausgleichs ist eine Schuldenregulierung durch Verhandeln mit allen Gläubiger*innen ohne Einschaltung der Gerichte.

Laut Insolvenzordnung ist ein gerichtliches Insolvenzverfahren nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit ohne schuldhaftes Zögern zu beantragen, ein angemessener Zeitraum nach Einsetzen der Zahlungsunfähigkeit kann zu aussichtsreichen außergerichtlichen Ausgleichsverhandlungen genützt werden. Für das Zustandekommen ist die Zustimmung aller Gläubiger*innen erforderlich, alle Gläubiger*innen müssen gleich behandelt werden. Ungleichbehandlung kann strafrechtliche Konsequenzen haben (siehe Gläubigerbegünstigung).


B

Betrügerische Krida

Strafbare Handlung nach § 156 Strafgesetzbuch. Wer einen Bestandteil seines Vermögens verheimlicht, beiseite schafft, veräußert oder beschädigt, eine nicht bestehende Zahlungsverpflichtung vortäuscht oder anerkennt oder sonst sein Vermögen wirklich oder zum Schein verringert und dadurch die Befriedigung seiner Gläubiger*innen vereitelt oder schmälert, muss mit einem Strafverfahren rechnen.


D

Delogierung

Zwangsweise Räumung von Haus oder Wohnung durch den*die Gerichtsvollzieher*in. Bei Vorliegen eines rechtskräftigen Exekutionstitels kann der*die Eigentümer*in einen Antrag auf Räumung einbringen; er*sie muss die dazu erforderlichen Hilfsmittel (Spedition, Arbeitskräfte…) zur Verfügung stellen.

Auch die Bewohner*innen selbst können zwangsweise durch Beiziehung der Polizei von der Liegenschaft entfernt werden. Drohende Obdachlosigkeit kann unter Umständen durch einen Antrag auf Räumungsaufschub abgewendet werden.


E

Eigentumsvorbehalt

Häufige Form der Kreditsicherung zwecks Verringerung des Ausfallsrisikos für den*die Gläubiger*in. Bei Vereinbarung des Eigentumsvorbehaltes kann der*die Käufer*in die Ware zwar sofort mit nach Hause nehmen und benutzen, der*die Verkäufer*in bleibt jedoch bis zur vollständigen Bezahlung deren Eigentümer*in. Bis dahin darf der*die Käufer*in die Ware ohne Genehmigung des*der Verkäufer*in weder verkaufen, verpfänden noch sonst wie darüber verfügen.

Wird eine unter Eigentumsvorbehalt stehende Sache vom Exekutor gepfändet, muss der*die Schuldner*in unverzüglich den*die Eigentümer*in verständigen. Der*Die Eigentümer*in muss seine*ihre Rechte an der Sache geltend machen und die Einstellung der Exekution hinsichtlich der gepfändeten Sache verlangen (siehe Exszindierung). Im Insolvenzverfahren hat der*die Eigentümer*in ein "Aussonderungsrecht" an den jeweiligen Sachen.


Eigenverwaltung

Mit Insolvenzeröffnung entscheidet das Gericht, ob ein*e Insolvenzverwalter*in bestellt wird oder nicht. Wird kein*e Insolvenzverwalter*in bestellt, so behält der*die Schuldner*in die Eigenverwaltung. Es tritt somit keine Postsperre ein und der*die Schuldner*in kann selbst über sein*ihr (unpfändbares) Einkommen verfügen.

Die Eigenverwaltung wird dem*der Schuldner*in belassen, wenn keine gravierenden Gründe für eine Insolvenzverwalterbestellung vorliegen.


Exszindierungsklage

Wenn durch eine Exekution in die Rechte Dritter (z. B. Vermieter*in, Familienangehöriger als Eigentümer*in einer Sache) eingegriffen wird, können sich diese mit der Exszindierungsklage wehren. Der*Die Exszindierungskläger*in muss im angestrebten Zivilprozess seine*ihre Rechte (z. B. sein*ihr Eigentum) beweisen.


F

Fahrnisexekution

Gerichtliche Pfändung und Verwertung von beweglichem Vermögen durch den*die Gerichtsvollzieher*in mit dem Ziel, aus dem Erlös die zugrundeliegende Forderung samt Zinsen und Kosten zu bezahlen.


Fälligkeit

Zeitpunkt, in dem eine Forderung (Versicherungsprämie, Kreditrate, Miete etc.) bezahlt werden muss. Die Fälligkeit wird meist bei Vertragsabschluss vereinbart. Wurde kein Fälligkeitszeitpunkt vereinbart, kann der*die Gläubiger*in die Forderung durch Mahnung des*der Schuldner*in jederzeit fällig stellen.


Forderungsexekution

Gerichtliche Pfändung von bestimmten Teilen des Einkommens (auch Gehalt- oder Lohnpfändung). Wie viel gepfändet wird, ist in der Existenzminimum-Verordnung festgelegt.


G

Geldstrafen

Geldstrafen, die von Gerichten oder Verwaltungsbehörden verhängt werden, sind immer mit einer Ersatzfreiheitsstrafe verbunden. Wird die Geldstrafe nicht bezahlt, muss die Ersatzfreiheitsstrafe in einer Haftanstalt angetreten werden.

Die Ersatzfreiheitsstrafe kann nicht mehr angeordnet werden, wenn die Strafe verjährt ist. Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, wobei besondere Umstände wie z. B. Auslandsaufenthalt oder die Zeit während einer aufrechten Ratenvereinbarung den Ablauf der Frist hemmen.

Die Gefahr, zum Antritt der Ersatzfreiheitsstrafe aufgefordert zu werden, steigt in dem Maße, in dem sich das Ende der dreijährigen Verjährungsfrist nähert.


Gerichtsvollzieher*in

Gerichtsbedienstete*r, der*die die Fahrnisexekution vornimmt.


Gläubiger*in

Als Gläubiger*in wird jemand bezeichnet, dem man Geld oder eine andere Leistung schuldet.


Gläubigerbegünstigung

Strafbare Handlung nach § 158 Strafgesetzbuch. Wer nach Eintritt seiner Zahlungsunfähigkeit eine*n Gläubiger*in begünstigt, also durch Zahlungen oder Sicherstellungen besser stellt und dadurch andere Gläubiger*innen benachteiligt, ist zu bestrafen.


H

Hypothek

Im Grundbuch eingetragenes Pfandrecht an einer Liegenschaft zur Besicherung einer Forderung. Bei Zahlungsverzug können die Gläubiger*innen die Liegenschaft nach Erwirkung eines rechtskräftigen Exekutionstitels gerichtlich versteigern lassen.


I

Inkassobüro

Ein Inkassobüro ist ein privates Unternehmen zur Eintreibung von Forderungen im Auftrag des*der Gläubiger*in. Außergerichtliche Eintreibungskosten muss der*die Schuldner*in nicht bezahlen, soweit zweckentsprechende Betreibungsschritte tatsächlich gesetzt wurden und die Kosten in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen.

 

Insolvenzdatei

Allgemein zugängliche, kostenlose Datei zur Veröffentlichung wichtiger Informationen in Insolvenzverfahren. Diese Datenbank ist online verfügbar.

 

Inventarisierung

Vor der Abstimmung über einen Zahlungsplan in einem Privatinsolvenzverfahren muss das vorhandene Vermögen verwertet sein. Um die Angaben des Schuldners, die er im Vermögensverzeichnis gemacht hat, zu überprüfen, wird deshalb ein Gerichtsvollzieher beauftragt, bei einem Hausbesuch die vorgefundenen Vermögenswerte zu protokollieren. Dieser Vorgang wird Inventarisierung genannt.


K

Kreditrestschuldversicherung

Form der Ablebensversicherung zur Besicherung von offenen Schulden. Bei Tod des*der Kreditnehmer*in soll die noch aushaftende Kreditforderung durch das Versicherungsunternehmen abgedeckt werden. Die Versicherung ist allerdings auf den vereinbarten Rückzahlungsplan abgestimmt, die Versicherungssumme wird nur bei Einhaltung der Zahlungsvereinbarungen fällig.

Die Kosten verschiedener Kreditrestschuldversicherungen können trotz ähnlicher Bedingungen stark schwanken. Wie alle Nebenkosten sind sie letztlich vom*von der Kreditnehmer*in zu bezahlen.


Kulanz (-lösung)

Problemlösung durch freiwilliges Entgegenkommen des*der Gläubiger*in ohne entsprechenden Rechtsanspruch des*der Schuldner*in, z. B. durch Stundung, Zinsensenkung oder Teilverzicht (siehe auch Vergleich). Häufig ist es für den*die Gläubiger*in aufgrund der wirtschaftlichen Lage des*der Schuldner*in günstiger, auf einen Teil seiner*ihrer Ansprüche zu verzichten, wenn dadurch wenigstens eine teilweise Rückzahlung ermöglicht wird.


M

Mahnung

Bevor ein*e Gläubiger*in seine*ihre Forderung einem Inkassobüro zur Eintreibung oder einem*einer Rechtsanwalt*-anwältin zur Klage übergibt, versucht er*sie oft, den*die Schuldner*in durch ein Mahnschreiben zur Zahlung zu bewegen. Dazu ist der*die Gläubiger*in nicht verpflichtet. Er*Sie könnte seine*ihre fällige Forderung sofort einem Inkassobüro oder Rechtsanwalt*-anwältin übergeben oder die Forderung gleich gerichtlich geltend machen.


Masseverwalter*in

Ein*e Insolvenzverwalter*in im PrivatInsolvenzverfahren wird nur dann bestellt, wenn die Vermögensverhältnisse nicht überschaubar sind oder Umstände bekannt sind, die erwarten lassen, dass die Eigenverwaltung zu Nachteilen für die Gläubiger*innen führen wird.

Ein*e Insolvenzverwalter*in kann auch nur für einzelne, mit besonderen Schwierigkeiten verbundene Aufgaben von Amts wegen, auf Antrag eines*einer Gläubiger*in oder auf Antrag des*der Schuldner*in bestellt werden (= Insolvenzverwalter*in mit beschränktem Geschäftskreis).


Mietzins

Im Falle eines Rückstands bei der Bezahlung des Mietzinses kann der Mietvertrag jederzeit vom*von der Vermieter*in gekündigt werden. Wurde der Mietvertrag gekündigt und verlässt der*die Schuldner*in nicht freiwillig die Wohnung, so kann der*die Vermieter*in den*die Mieter*in auf Räumung klagen und ihn*sie gerichtlich delogieren lassen.


Mithaftung oder Mitschuldnerschaft (z. B. Ehegattenhaftung)

Haftung mehrerer Personen für die gleiche Verbindlichkeit aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtungen. Für Gläubiger*innen verringert diese Mithaftung das Ausfallsrisiko bei Zahlungsproblemen des*der Hauptschuldner*in.

Die Mithaftung oder Solidarhaftung ist der Bürge- und Zahler-Haftung ähnlich - jede*r Verpflichtete haftet für die gesamte Forderung; der*die Gläubiger*in kann wählen, von wem er*sie die Zahlung verlangt (insgesamt natürlich nur einmal).


O

Obliegenheiten im Abschöpfungsverfahren

Der*Die Schuldner*in muss dem*der Treuhänder*in und dem Insolvenzgericht bekannt geben, wenn er*sie seinen*ihren Wohnsitz wechselt oder wenn sich die bezugauszahlende Stelle (z. B. durch Arbeitsplatzwechsel, Krankengeldbezug oder Arbeitslosigkeit) ändert. Schenkungen und Erbschaften sind herauszugeben. Der*Die Schuldner*in darf auf den Pflichtteil nicht verzichten. Der*Die Schuldner*in muss sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen. Der*Die Schuldner*in darf keine neuen Schulden eingehen, die nicht sofort bezahlt werden können.

Kommt es zu einer Obliegenheitsverletzung, wird das Abschöpfungsverfahren vorzeitig eingestellt und alle Forderungen leben wieder auf. Die Gläubiger*innen dürfen (wieder) Exekution führen. Ein neuer  Zahlungsplan kann erst nach Ablauf von zehn Jahren, ein weiteres Abschöpfungsverfahren erst nach 20 Jahren wieder beantragt werden.


P

Privatinsolvenzverfahren

siehe Schuldenregulierungsverfahren


R

Rechtskraft

Unanfechtbarkeit der Entscheidung eines Gerichtes oder einer Verwaltungsbehörde. Rechtskraft tritt ein, wenn entweder kein (weiteres) Rechtsmittel mehr zulässig oder die Rechtsmittelfrist ungenützt verstrichen ist. Nach Eintritt der Rechtskraft kann ein*e Gläubiger*in seinen*ihren Anspruch unter Zuhilfenahme der Gerichte zwangsweise mittels Exekution durchsetzen.


Restschuldbefreiung

Die Restschuldbefreiung tritt beim Zahlungsplan mit Annahme durch die Gläubiger*innen und Bestätigung durch das Insolvenzgericht ein. Sie ist bedingt mit der Erfüllung der vereinbarten Zahlungen.

Im Abschöpfungsverfahren erfolgt die Restschuldbefreiung am Ende der siebenjährigen Laufzeit, wenn der*die Schuldner*in 10 Prozent der Schulden bezahlt hat. Alle Forderungen gegen den*die Schuldner*in, die vor Insolvenzeröffnung bestanden haben, erlöschen. Ausgenommen sind Verbindlichkeiten des*der Schuldner*in aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung oder einer vorsätzlichen strafgesetzwidrigen Unterlassung. Dazu zählen z. B. Schulden, die durch einen Betrug zustande gekommen sind.


S

Schuldenregulierungsverfahren

Bezeichnung des Insolvenzverfahrens für natürliche Personen, die kein Unternehmen betreiben. Dieses Verfahren vor dem Bezirksgericht wird auch Privatinsolvenzverfahren oder "Privatkonkurs" genannt.


Stundung

Verschiebung der Fälligkeit oder des tatsächlichen Zahlungszeitpunktes einer Forderung durch nachträgliche Vereinbarung mit dem*der Gläubiger*in.


T

Tagsatzung

Juristische Bezeichnung für eine Verhandlung vor Gericht.


Terminsverlust

Die Vereinbarung des Terminsverlusts  räumt dem*der Gläubiger*in das Recht ein, im Falle der nicht fristgerechten Bezahlung der vereinbarten Raten die gesamte noch offene Schuld fällig zu stellen und die sofortige Bezahlung der gesamten offenen Forderung zu verlangen.


Treuhänder*in

Bei Einleitung eines Abschöpfungsverfahrens bestimmt das Insolvenzgericht eine*n Treuhänder*in, an den*die der*die Schuldner*in während des Abschöpfungszeitraums die pfändbaren Einkommensbestandteile abtritt.

Der*Die Treuhänder*in hat die Aufgabe, die über die Abtretung erhaltenen Beträge einmal jährlich an die Gläubiger*innen des*der Schuldner*in zu verteilen und die Erfüllung gewisser Obliegenheiten durch den*die Schuldner*in zu überwachen.

Der Kostenersatz, den der*die Treuhänder*in für seine*ihre Tätigkeit verrechnen darf, ergibt sich aus der Höhe der auf beim*bei der Treuhänder*in eingehenden Beträge.


U

Umschuldung

Durch die Umschuldung können verschiedene Schulden zusammengelegt werden; die Anzahl der Gläubiger*innen verringert sich. Häufiges Ziel ist die Erzielung günstigerer Konditionen (insbesondere niedrigere Zinsen, niedrigere Kreditraten, geringere Gesamtbelastung,…).


Unterhaltszahlungen

siehe Alimente 


V

Verfahrenskosten im Schuldenregulierungsverfahren

Die Verfahrenskosten im Schuldenregulierungsverfahren setzen sich in der Regel aus den Kosten für eine*n eventuell zu bestellende*n Insolvenzverwalter*in, den Kosten einer eventuellen Inventarisierung und der gerichtlichen Pauschalgebühr zusammen.

Zusätzlich haben auch die Gläubigerschutzverbände unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Belohnung.


Verjährung

Verlust von Rechten, die durch eine bestimmte Zeit nicht ausgeübt werden. Werden Rechte nicht vor Ablauf der Verjährungsfrist durch Klage geltend gemacht oder vom*von der Verpflichteten rechtswirksam anerkannt, können sie gegen dessen*ihren Willen nicht mehr gerichtlich durchgesetzt werden.

Bei Klagen wegen verjährter Forderungen muss der*die Beklagte die Verjährung allerdings einwenden; sie wird nicht von Amts wegen beachtet. Wenn er*sie das unterlässt, ergeht ein Urteil und der*die Gläubiger*in bekommt trotz Verjährung einen Exekutionstitel.

Geldforderungen, wie z. B. offene Teilzahlungen, Mieten oder Kaufpreise verjähren in der Regel innerhalb von drei Jahren ab Fälligkeit bzw. dem letzten, geeigneten Betreibungsversuch. Rechtskräftig festgestellte Forderungen verjähren erst in 30 Jahren.


Vermögensverzeichnis

Auflistung des Einkommens und Vermögens im Exekutionsverfahren (früher "Offenbarungseid") bzw. Aufstellung aller Aktiva und Passiva im Insolvenzverfahren. Im Exekutionsverfahren kann der*die Gläubiger*in einen Antrag auf Abgabe eines Vermögensverzeichnisses durch den*die Schuldner*in stellen. Das Vermögensverzeichnis ist nicht vor Gericht zu beeiden, falsche oder unvollständige Angaben im Vermögensverzeichnis sind jedoch strafbar.

Im Insolvenzverfahren ist die Vorlage eines genauen Vermögensverzeichnisses Voraussetzung für die Insolvenzeröffnung, wenn es an einem zur Deckung der Kosten des Insolvenzverfahrens voraussichtlich hinreichenden Vermögen fehlt. Auch für das Vermögensverzeichnis gibt es amtliche Vordrucke, die online abrufbar sind.


Vollstreckungsvereitelung

Strafbare Handlung nach §§ 162, 163 Strafgesetzbuch. Vorsätzliche Schädigung eines*einer Gläubiger*in im Rahmen eines Exekutionsverfahrens durch Verheimlichen, Beiseiteschaffen oder Beschädigen von Vermögensbestandteilen, Vortäuschen oder Anerkennen von nicht bestehenden Schulden oder sonstige wirkliche oder scheinbare Verringerung des Vermögens.


Z

Zahlungsplan

Schuldensanierungsmöglichkeit im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Der*Die Schuldner*in muss seinen*ihren Gläubiger*innen eine Quote anbieten, die im Hinblick auf sein*ihr Einkommen der nächsten fünf Jahre zumutbar erscheint.

Die Zahlung kann in Raten angeboten werden. Wenn diese Quote von der Gläubigermehrheit akzeptiert und neben den Verfahrenskosten vereinbarungsgemäß bezahlt wird, erlöschen die Schulden. Bei Ablehnung des Zahlungsplanes durch die Gläubiger*innen kann der*die Schuldner*in ein Abschöpfungsverfahren einleiten lassen.


Zahlungsunfähigkeit

Unmöglichkeit, die fälligen Schulden aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage binnen angemessener Frist zu begleichen. Das ist der Fall, wenn ein entsprechendes Missverhältnis zwischen den verfügbaren Mitteln des*der Schuldner*in (dazu zählt insbesondere seine*ihre persönliche Leistungsfähigkeit und seine*ihre Kreditwürdigkeit) und der gesamten Schuldenbelastung besteht.

Wer seine Zahlungsunfähigkeit fahrlässig herbeiführt, muss mit einem Strafverfahren wegen grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen (siehe oben) rechnen. Zahlungsunfähigkeit ist eine der Voraussetzungen für die Insolvenzeröffnung.


Zinsen / Zinssatz

Bestandteil jedes Kreditvertrages ist die Vereinbarung über den Zinssatz. Dabei unterscheidet man zwischen Nominalzinssatz und dem Effektivzinssatz.

Der Nominalzinssatz gibt den Zinssatz ohne die bei der Kreditaufnahme anfallenden Kosten und Gebühren an. Der Effektivzinssatz berücksichtigt diese Nebenkosten. Durch den Effektivzinssatz können somit unterschiedliche Kreditangebote miteinander verglichen werden.

Der im Kreditvertrag vereinbarte Zinssatz ist meist ein variabler Zinssatz und wird während der Laufzeit des Kredits an die Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus angepasst. Wie die Änderungen zu berechnen sind, ist in der Zinsgleitklausel festgelegt.

Kommt es zum Zahlungsverzug kommt der Verzugszinssatz zum Tragen. Dieser wird ebenfalls im Kreditvertrag vereinbart und darf den vereinbarten Zinssatz um max. 5 Prozent übersteigen.

Zinsen einer geklagten Forderung verjähren nach drei Jahren, wenn nicht zumindest alle drei Jahre ein Exekutionsschritt gesetzt wird.