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Nach 20 Jahren: Forensische Ambulanz Vorarlberg wird eingestellt

Mit Ende März 2026 endet der Betrieb der Forensischen Ambulanz Vorarlberg und damit auch die rund 20-jährige Tätigkeit des Institut für Sozialdienste (ifs) in diesem Bereich am Standort LKH Rankweil. Ausschlaggebend für diesen Schritt sind die seit Jahren unzureichenden finanziellen Rahmenbedingungen. Diese haben dazu geführt, dass das ifs den Vertrag zur Umsetzung und Weiterführung der Forensischen Ambulanz Vorarlberg mit 31. Dezember 2025 gegenüber dem zuständigen Ressort im Justizministerium gekündigt hat. Vorarlberg ist damit neben dem Burgenland das einzige Bundesland ohne Forensische Ambulanz. Die Behandlung und Betreuung erfolgt jedoch auf Basis gerichtlicher Weisungen im Rahmen von Entlassungsauflagen nach dem Straf- oder Maßnahmenvollzug.

Weiterführung nicht verantwortbar

Trotz wiederholter Hinweise auf den dringenden Handlungsbedarf und mehrerer Gespräche mit den zuständigen Stellen des Bundes konnte keine tragfähige finanzielle Grundlage erreicht werden. "Über mehrere Monate hinweg haben wir versucht, Lösungen zu finden. Wir haben deutlich gemacht, dass die bestehende Finanzierung nicht ausreicht, um den hohen fachlichen und personellen Anforderungen gerecht zu werden", erklärt ifs Geschäftsführerin Martina Gasser. "Mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln ist es uns nicht möglich, ausreichend ärztliches Fachpersonal zu gewinnen und die Ambulanz in der notwendigen Qualität weiterzuführen."

Erschwerend kam hinzu, dass mit Ende des Jahres 2025 nicht nur der Vertrag für den Standort der Forensischen Ambulanz im LKH Rankweil ausgelaufen ist, sondern auch der bisherige Leiter seine Tätigkeit beendet hat. Zudem wurde die jährliche Strukturförderung des Landes Vorarlberg eingestellt. "Unter diesen Voraussetzungen konnten wir als Träger keine Verantwortung für einen Weiterbetrieb übernehmen“, so Gasser. "Die Entscheidung zur Kündigung ist uns nicht leichtgefallen, war aber aus fachlicher und organisatorischer Sicht ein logischer und konsequenter Schritt." Das erste Quartal 2026 wird genutzt, um die Zusammenarbeit geordnet abzuschließen und bestehende Abläufe professionell zu beenden.

Bedeutung der Forensischen Ambulanz für die Nachbetreuung

Die Forensische Ambulanz bietet Behandlung und Betreuung für Menschen nach der Entlassung aus dem Straf- oder Maßnahmenvollzug. Diese erfolgt auf Basis gerichtlicher Weisungen im Rahmen von Entlassungsauflagen. Ziel ist es, das Risiko weiterer strafbarer Handlungen bei Patient:innen, die aufgrund psychischer Beeinträchtigungen Straftaten begangen haben, zu verringern. Gerade der Übergang vom Vollzug zurück in ein selbstständiges Leben stellt für viele eine große Herausforderung dar und ist entscheidend für eine nachhaltige Stabilisierung und Verankerung konstruktiver Verhaltensweisen.

"Die Bedeutung dieser Arbeit ist unbestritten", betont Martina Gasser abschließend. "Umso bedauerlicher ist es, dass es trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Fortführung sicherzustellen. Beim LKH Rankweil und den zuständigen Ärzt:innen bedanken wir uns herzlich für die jahrelange gute Zusammenarbeit."